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den Tempel. Wer kümmert sich jetzt darum, ob Duein Priester bist, oder nicht? Folge mir und wirwollen theilenl"
In den Vorhallen des Tempels waren vielePriester um die Altäre versammelt, betend, weinendin den Staub geworfen. Betrüger, wo sie es mitSicherheit sepn konnten, waren sie nichts destowenigcrabergläubisch in der Gefahr! Kalenus ging an ihnenvorüber und trat in das Zimmer, das noch jetzt aufder Südseite des Hofes zu sehen ist. Burbo folgteihm; — der Priester schlug ein Licht. — Wein undSpeisen, die Ueberbleibsel eines Opfcrmales bedecktenden Tisch.
„Ein Mensch, der achtundvierzig Stunden ge-fastet," murmelte KalenuS, „hat selbst in solchemAugenblick Appetit." Er machte sich über die Speisenher und aß mit ausgelassener Gier. Vielleicht läßtsich nichts so unnatürlich Schauderhaftes denken, alsdie selbstsüchtige Gemeinheit dieser beiden Bösc-Wichter. Denn nichts ist empörender als der Muthder Habsucht I Raub und Tempelschändung währenddie Pfeiler der Welt wanken I Welchen Zuwachs zuden Schrecken der Natur kann menschliche Verworfen-heit abgeben I
„Wirst Du nie zu Ende kommen I" rief Burboungeduldig; „Dein Gesicht ist schon ganz roth undDeine Augen starr."
„Man hat nicht jeden Tag ein solches Recht,hungrig zu sepn. O Jupiter I was für ein Geräusch!