Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
Seite
127
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Wind säet, säe ich den Samen, der die Welt reichmacht."

Sohn, auf Erden werden wir nicht wiederzusammen treffen. Vergiß nicht diese Stunde. Wassind die Freuden und Herrlichkeiten des Lebens?Wie die Lampe schimmert, glimmt das Leben eineStunde lang, aber das Licht der Seele ist der Stern,der ewig flammt im Herzen des endlosen Raumes."

Damit fiel ihr Gespräch auf die allgemeine,erhabene Lehre von der Unsterblichkeit; sie sänstigteund erhob das junge Gemüth des Priesters, dasnoch vielfach an dem Qualm und Schatten der dun-keln Höhle jenes Glaubens hing, dem er erst vorso kurzer Zeit abgesagt hatte; es war die Him-mclsluft, die dem endlich befreiten Gefangenen zu-wchete. Ein mächtiger, hcrvortretcndcr Unterschiedfand zwischen dem Christcnthum dieses Greises unddemjenigen Olinths statt; der Glaube des Erstenwar sanfter, milder, göttlicher. Der harte Herois-mus Olinths hatte etwas Wildes, Unduldsames ansich; er war zu der Rolle, die dieser Mann spielensollte, nothwcndig, erinnerte mehr au den Muthdes Märtyrers, als an das Erbarmen des Heiligen.Er stürmte eher auf, hob und kräftigte, als daß erüberwältigt und besänftigt hätte. Das ganze Herzdes göttlichen Greises dagegen war in Liebe geba-det; das Lächeln des Gottes hatte den Gährnngstoffirdischer, rauherer Leidenschaften verzehrt und zu