Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114

Kannst Du fragen?" erwiedertc die Matrone,mit einem schmeichelhaften Blick aus den Dichter.

Sallust schnippte mit dem Finger und flüstertedem Sklaven, der nach seinem Befehl fragte, etwaszu. Dieser verschwand und kehrte nach wenigenMinuten mit einer kleinen Leier in der einen Handund einem Mprthcnzwcig in der andern zurück.

Er näherte sich dem Dichter und überreichte ihmmit einer tiefen Verbeugung das Instrument.

Ach ich kann nicht spielen," erwiedertc Fulvius.

Dann mußt Du zu der Mprthc singen. Esist ein griechischer Brauch: Diomcd liebt dieGriechen; ich liebe die Griechen; Du liebst dieGriechen; wir Alle lieben die Griechen, undunter uns gesagt, dieser Brauch ist nicht das Ein-zige was wir von ihnen gestohlen haben. UcbrigenSsei Dem wie ihm wolle, ich führe die Sitte ein,ich der König: finge, Unterthan, finge."

Mit verschämtem Lächeln nahm der Poet dieMprthe in die Hand und sang nach einem kurzenVorspiel folgendes Lied mit einer angenehmen, wohl-töncnden Stimme.*)

Die Liebesgötter schwärmten frisch

An einem Feiertage;

*) Eingegeben durch zwei pompcjanische Gemälde imMuseum von Neapel, die eine Taube und wie-derum einen Helm, von Liebesgöttern auf einenThron gesetzt, vorstellen.