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„Wahrhaftig die Gesetze find auch zu mild," ent-gcgnete die behelmte Dame; „ es gibt nur wenigeVerbrechen, gegen welche man die Strafe der Are-na verfügen kann. Zudem werden die Gladiatorennach und nach weichlich. Die stämmigsten Thier-kämpfer erklären, sic wollten wohl gegen einen Bärenoder Bullen fechten, aber gegen einen Löwen oderTiger, meinen sie, könnte der Spas zu ernstlichwerden."
„Sie verdienen eine Mitra zu tragen," erwie-derte Julia verächtlich. *)
„Hast Du das neue HauS des Fulvius, unsereswerthen Dichters, gesehen?" fragte Pansa'ö Frau.
„Nein! ist cs schön?"
„Sehr; vortrefflicher Geschmack! doch sagt man,meine Theurc, er habe sehr unschickliche Gemälde. Erwill sie den Frauen nicht zeigen; wie ungezogen!"
„Diese Dichter find immer wunderliche Köpfe,"bemerkte die Wittwe. „Aber er ist ein interessanterMensch; was für hübsche Verse er macht; wirschreiten in der Poesie gewaltig voran; cs ist jetztunmöglich das alte Zeug noch zu lesen."
„Ich gestehe, ich bin Deiner Meinung," ent-gcgnete die Domina mit dem Helm; „die neuereSchule hat so viel Kraft und Energie."
Der Krieger kam auf die Damen zugcschleudert.
*) Mitren wurden zuweilen auch von Männern getra-gen, was als ein Zeichen großer Verweichlichung galt.