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Kindes stiehlt. Bruder! beim GedLchtniß unsrer Mutterfordre ich Dich auf, mich zum letztenmal das Angesicht mei-nes Kindes sehen zu lassen!"
Wie Katharine dies sagte, dastehend in der einsamenStraße — Finsterniß und Einsamkeit unten, Gott unddie Sterne droben — da hatte sie in ihrem Wesen eineMajestät, welche den ihre Worte hörenden Bruder unwi-derstehlich ergriff. Obgleich sie so nahe stand, waren dochihre Züge nicht ganz deutlich zu sehen, aber ihre Haltung— die emporgehobene Hand — der Umriß ihrer zerstörtenaber immer noch achtunggebietenden Gestalt — Allesmachte in dem schattenhaften Dämmer einen nur um soliefern Eindruck.
„Komm herum, Katharine," sagte Mr. Morton nacheiner Pause; „ich will Dich einlaffeu."
Er schloß das Fenster, stahl sich an die Thüre, rie-gelte die Thüre auf und ließ den Besuch ein — Er hießsie ihm folgen; und das Licht mit der Hand verdeckend,schlich er die Treppen hinauf.
Sie kamen ungestört und ungehört au dem Zimmervorbei, wo die Hausfrau ihrer Gewohnheit nach, che sicihre Nachthaube fand und sich zu Bette legte, ein Kapitelin einem erbaulichen Buche schläfrig las. Sie stiegen hin-auf zu dem Gemach, wo Sidneh lag. Morton öffnete vor-sichtig die Tbüre und blieb an der Schwelle stehen, wo erdie Kerze so hielt, daß ihr Licht das Kind nicht aufweckensollte, jedoch hinreichend war, Katharinen den Weg andas Bett finden zu lassen. Das Gemach war klein, vielleicht
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