120
geborgen, der Gegenwart entrückt, und träumend viel-leicht, während ein Herz, verzehrt von wilden und fürch-terlichen Kämpfen mit dem Leben und der Sünde seinKissen war, von einer schönen und unbefleckten Zukunft,schlief der vater- und freundlose Knabe.
Siebentes Kapitel.
Constance: Mein Kind, mein holder Sohn,
Mein Leben, meine Lust, mein Alles Dn!Mein Wittwentrost!
Unter dem Glitzern der Lampen — dem Raffeln derWagen — dem Rollen der Karren und Fuhren — demGedränge, dem Geschrei, dem rauchenden Leben und demmißtönigen Tosen und Treiben Londons erwachte Philippans seinem glücklichen Schlafe. Er erwachte, unbewußtnoch und verwirrt, und sah fremde Augen freundlich undsorgsam auf sich ruhen.
„Ihr habt gut geschlafen, mein Zunge!" sagte derPafsagier mit einer tiefen, tönenden Stimme, welche trotzalles Getöses rings umher vernehmlich war.
„Und Ihr habt Euch durch mich so belästigen lassen?"sagte Philipp mit mehr Dankbarkeit in Ton und Blick, alser vielleicht gegen irgend Jemand außer von seiner eignenFamilie seit seiner Geburt gezeigt hatte.
„Man erwies Euch wohl noch wenig Freundlichkeit,mein armer Knabe, wenn Ihr dies so hoch anschlagt."