„Gott segne Dich, Bruder! Wie freundlich, daß Dukommst! Wie lange, daß wir uns nicht gesehen!"
„Setz Dich Katharine, meine theure Schwester. Dubist schwach — Du bist sehr verändert — sehr. Ich hätteDich nicht erkannt."
„Bruder, ich habe meinen Knaben mitgebracht; esist mir schmerzlich, mich von ihm zu trennen — sehr —sehr schmerzlich; aber es ist gut und recht, und GottesWille geschehe!" Sie wandte sich bei diesen Worten nacheinem kleinen, unförmlichen, zwerghasten Sopha, der sichim dunkelsten Winkel des niedern, dnstern Zimmers zuverstecken schien; und Mr. Morton folgte ihr. Mit der ei-nen Hand zog sie den Shawl weg, den sie über das Kindgebreitet hatte, und den Zeigefinger der andern Hand andie Lippen legend — und diese Lippen lächelten jetzt —flüsterte sie: „Wir wollen ihn nicht aufwecken; er ist soermüdet. Aber ich wollte ihn nicht zu Bette bringen, alsbis Ihr ihn gesehen."
Und da schlief der arme Sidney, seine schöne Wangeauf seinen Arm gelehnt; die weichen, seidnen Locken vonder zarten, unbewölkten Stirn weggestrichen; seine natür-liche blühende Farbe durch Hitze und durch die Reise er-höht; das liebliche Angesicht so unschuldig und so friedlich;der Athen: so leicht und regelmäßig, als hätte nie einSeufzer ihn unterbrochen.
Mr. Morton fuhr mit der Hand über die Augen.
Es lag etwas gar Rührendes in dem Kontrast zwi-schen der sorgenwachen, unseligen Frau, und dem Schlnm-