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geblieben, und hatte das Gesicht seiner Mutter beobachtetewelches während des Lesens vor schmerzlicher Demüthi-gung sich hochroth färbte. Philipp war jetzt nicht mehrdas zierliche, geputzte Bürschchen, wie er dem.Leser zuerstvorgeführt wnrde. Er hatte seinen verschossenen Trauer-anzug verwachsen; sein langes, verwildertes Haar hingstruppig und platt über die Wangen herunter; seine dun-keln, glänzenden Augen hatten einen düstern Ausdruck.Nie verräth sich die Armuth stärker als in den Zügen undin der Gestalt des Stolzes. Es war sichtbar, daß seinGeist seinen heruntergekommenen Zustand mehr duldete,als sich demselben anbequemte und unterwarf; und trotzseiner besteckten und fadenscheinigen Kleidung, und einerHohläugigkeit, welche zu den Jahren der heitern Jugendschlecht paßt, zeigte doch seine ganze Person und Haltungeine wilde und unbändige Großartigkeit, die einen großernEindruck machte, als sein früheres hochfahrendes und an-maßendes Betragen.
„Nun, Mutter," sagte er mit einer sonderbaren Mi-schung von finstrem Ernst in seiner Miene, und von Mit-leid in seiner Stimme: „Nun, Mutter, und was schreibtDein Bruder?"
„Du hast früher für uns entschieden; entscheide jetztwieder. Aber ich brauche Dich nicht zu fragen, Du wür-dest nie —"
„Ich weiß nicht," unterbrach sie Philipp hastig; „laßmich sehen, worüber wir zu entscheiden haben."
Mrs. Morton war von Natur eine Frau von hohem