riefen. Er versprach wieder zu kommen, um die Leichen-gebete über den Todten zu sprechen, ertheilte einige hastigeBefehle in Betreff des einfachen Leichenbegängnisses, undwandte sich eben, um das Zimmer zu verlassen, als er denvon ihm auf CalebS Wunsch geschriebenen Brief noch ausdem Tische liegen sah. „Ich komme an dem Postamtvorbei — ich will ihn aufgeben," sagte er zu der weinen-den Dienerin; „gebt mir nur jenen Streifen Papier."So schrieb er denn auf den Papierstreifen: „Nachschrift.Er ist diesen Morgen um halb ein Uhr schmerzlos gestor-ben. N. I." und ohne sich die Mühe zu nehmen, das Sie-gel wieder aufznbrechen, schob er das Schlußbulletin indie Falten des Briefs, den er dann sorgfältig in seine un-geheure Tasche steckte und unversehrt auf die Post brachte.Und das war Alles, was der lebenslustige und glücklicheMann, an welchen der Brief gerichtet war, je über dieletzten Tage seines Freundes vom Collegium her erfuhr.
Die durch den Tod Caleb Price'S erledigte Pfründewar nicht so werthgeschätzt, daß der Patron ihrethalb vonvielen Bewerbungen wäre geplagt worden. Sie bliebbeinahe das ganze vom Gesetz vorgeschriebne Halbjahrerledigt. Und das verödete Pfarrhaus ward einem derDorfbewohner überlassen, welcher gelegentlich Caleb beiBesorgung seines kleinen Gartens geholfen hatte. DieserMann, sein Weib und ein halb Dutzend lärmende, zer-lumpte Kinder nahmen Besitz von der Wohnung desfriedlichen, stillen Junggesellen. Die Meubles warenverkauft worden, um die Kosten des Leichenbegängnisses