Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
123
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suchen, aus welchem Grund oder aus welchen Grün-den Mill die Zwekke der menschlichen Kultur unddes menschlichen Lebens so einseitig in den Kreis sei-ner Philosophie gezogen, ist mehr die Sache sei-nes Biographen als seines Lesers. Allerdings sindbeinah Alle, die sich mit dem Studium der mensch-lichen Natur befassen, in ihren Forschungen schondurch den Umstand einigermaßen beengt, daß sie ih-ren Gegenstand, nur so weit er in ihnen selbst liegt,vollkommen stndiren können. Niemand ist im Stand,Das genau abzuschäzzen, wovon er keine persönlicheErfahrung hat; aber die Kraft der metaphysischenAnalyse, wie sie Mill zu Gebot steht, reicht zumVerstandniß und zur Würdigung aller Karaktereund aller Gemüthszustände, so weit Dies für prak-tische Zwekke erfodcrlich ist, und zur Reinigung un-serer philosophischen Theorien von Allem, was derBeschränktheit gleicht, vollkommen hin. Zn diesemEnde muß jedoch freilich die Kraft der Analyse aufdie Einzelheiten, nicht blos auf den Umriß der mensch-lichen Natur gerichtet werden, während Abneigunggegen das Detail als entschiedener Beisteszng ioMill hervortrit.

Dadurch unterscheidet er sich wieder sehr vonBentham, der seine Freude am Detail und ein be-sonderes Talent für dasselbe hatte. Wirklich ist esauffallend, wie die Ueberlegenhcit seines Geists sichhauptsächlich in dieser Richtung bewegte: er verfolgteseine Forschungen bis in die lezten Verzweigungen,