1L2
mir nicht mit der gehörigen Manigfaltigkeit imEinzelnen, sondern auch nicht hoch genug denken,daß die Form, die er allen Naturen geben möchte, kei-neswegs die vollkommenste sein, daß er von dem Idealmenschlicher Vollkommenheit nur einige Seiten, nichtalle, aufgefaßt haben oder wenigstens seine praktischenRegeln so aufstellen dürfte, wie sie unter der lezternBedingung sich ergeben würden.
Das Vermögen, ans gegebenen Wahrheiten rich-tige Folgen zu ziehen, verbunden mit Loyalität undsittlichem Ernst, ist so ziemlich Alles, was Mill sichunter menschlicher Vollkommenheit zu denken scheint;oder vielmehr er glaubt, allem Ansehen nach, dieMenschen seien mit allen andern schäzbaren Eigen-schaften bereits hinlänglich versehen, oder diese lez-teren würden ihnen mindestens nicht fehlen, wennsie nur jene erstgenanten besäßen. In seinem Sy-stem, soweit es uns enthüllt ist, geschieht nichts fürdie Ausbildung anderer Eigenschaften und darum(was ich für eine nothwendige Folge halte) auchnicht genug für die Ausbildung der gefederten.
Es gibt aber wol wenig Menschen, die sich un-ter menschlicher Vollkommenheit nicht noch etwasmehr dächten als die oben aufgezählten Eigenschaf-ten. Die Meisten werden der Meinung sein, prak-tische Ansichten, die auf einer so schmalen theoreti-schen Basis beruhen, könten vielleicht als Materialienzu einem praktischen System benuzt werden, machenaber ein solches noch nicht ganz aus. Zu unter-