Hause von ihren Eltern oder Aufsehern nach ihrerKonfession ertheilt werden.
Ich lasse der Absicht der Philosophen, die eineso würdige Sprache führen, volle Gerechtigkeit wi-derfahren; ich kenne sehr viele, ganz gut« Christen,die eben so denken. Aber sagt mir, ihr Philosophen,wie komt ihr dazu, die Geistlichen der herrschendenKirche der Intoleranz zu beschuldigen, wenn sie aufeuer« Vorschlag nicht eingehcn? wie können sie nachPflicht und Gewissen andere handeln? Kehret nurden Fall um. Gesezt, die Geistlichen hatten gesagt,wir wollen eine Erziehungsanstalt gründen, cs solldarin nichts Anderes gelehrt werden als Religion,nichts von den bürgerlichen Pflichten; nicht als obwir unsere Schüler verhindern wollten, sich prak-tische Kentnisse zu erwerben, sondern weil wir nichtgesonnen sind, über die Art, in welcher lezterc er-theilt werde» sollen, uns in «inen Streit einznlassen.Die genanten Kentnisse mögen den Kindern ausser-halb der Schule von den Eltern oder Aufsehern nachden von ihnen beliebten Theorien beigcbracht werden.
Würden die Philosophen diesen Vorschlag wolgenehmigen? — Gewiß nicht, so wenig als ich.Warum sollten wir nun dem Geistlichen eine größereNachgiebigkeit zumnthen? Dieser kann, wenn er nichtein bloscr Miethling und Heuchler ist, den Reli-gionsunterricht nicht für weniger nothwcndig haltenals irgend einen andern; er kann nicht glauben, daßman nur den Verstand zu bilden brauche, das Ge-