126
Ton fort, „ich bin, Dank dem Himmel, recht wohl —fühle mich jünger als je — aber dennoch, das Lebenist etwas Unzuverlässiges nnd wenn Sic mich über-leben, werden Sic meinem großen Plan keine Hin-dernisse in den Weg legen."
„Ich — nein, nein — Sic haben in allen Be-ziehungen das Recht über ihr Schicksal zu bestimmen;aber so jung — so sausten Herzens, wenn sic einenMann von ihrem Alter lieben würde.
„Lieben — pah! Die Liebe kommt den Mädchennicht in den Kopf, wenn man sic ihnen nicht hincin-sctzt. Wir wollen sic schon so erziehen, daß sic Lumlcplieben soll. Ich habe noch einen andern Grund —einen dringenden — unser Gehcimuiß! — ihm kannman cs anvcrtraucn — cs darf nicht aus unserer Fa-milie kommen. Noch in meinem Grab könnt' ich nichtruhen, wenn ein Flecken ans meine Unbescholtenheit,meinen Namen geschleudert würde."
Lord Bargrave sprach feierlich und warm; dannmurmelte er vor sich hin: „ja cs ist das Beste!" — nahmseinen Hut nnd verließ das Zimmer. Er traf sein.Stiefkind ans dem Nasen. Er balgte sich mit ihr, erspielte mit ihr — der steife, stattliche Mann! — erlachte lauter als sic, rannte beinahe eben so schnell wiesic. Und als sie erschöpft und außer Athcm war, daließ er sic neben sich in einem kleinen Sommcrhausesitzen und, zärtlich ihre verwirrten Locken streichelnd,sagte er: «Du machst mich arg müde, Kind; ich werde