106
nunft sic eigentlich dulden sollte. Aber geben Sie Acht,wenn meine Liebe wirklich ein Besitz ist, den Sicfür wünschenswertst halten — geben Sic Acht, daßSic nicht meine Vernunft gegen sich waffncn. Flo-rcncc, ich bin ein stolzer Mann. Selbst mein Bcwußt-scyn, daß Sic hätten glänzendere Verbindungen schlie-ßen können, macht mich zu einem weniger dcmiitstigcnLiebhaber, als Sic an Andern hatten finden können.Ich wäre Ihrer nicht würdig, wenn ich nicht strengan meiner Selbstachtung fcsthicltc."
„Ach," sagte Florcnce, deren Herz diese Worteköstlich lauteten, „verzeihen Sic mir nur dicß Eincmal.Ich werde mir selbst nicht so bald verzeihen."
Und Ernst zog sic an sein Herz und empfand, daßsammt all' ihren Fehlern ein weibliches Wesen, daser befürchtete, nicht so glücklich machen zu können, alsihre ihm gebrachten Opfer verdienten, ihm sehr thcucrward. In seinem Herzen war eine Stimme, die ihmsagte, sic scy nicht gemacht, ihn glücklich zu machen;aber das war nicht sein Gedanke, sein Kummer. IhreLiebe hatte alle Gedanken an sich selbst i» dieser cdel-miithigcn Brust entwurzelt. Sein einziges Anliegenwar, ihr zu vergelten.
Schweigend, nachdenklich wandelten sie ans demNasenplatz hin; Florcnce schwcrmiithig und doch in-nerlich beglückt.
„Dieser klare Himmel, diese lieblichen Sterne,"sagte endlich Maltravcrs, „predigen sie uns nicht diePhilosophie des Friedens? Verkündigen sic uns nicht,