Druckschrift 
5 (1838)
Entstehung
Seite
70
Einzelbild herunterladen
 

70

Welcher bei Männern oft vorkommt, bei Frauen nie.Eine Frau weiß cs immer, wenn sie geliebt wird,«gleich sic sich oft cinbildct, geliebt zn werden, wennsic cs nicht ist. Florcnce war nicht glücklich denndas Glück ist ein ruhiges Gefühl. Aber sic war er-füllt von einer unbestimmten, verworrenen, berau-schenden Aufregung.

Sic hatte von Maltravcrs erfahren, daß Fcrrcrssic falsch berichtet hatte und daß keine Andere dieHerrschaft seines Herzens besaß; und mochte er sienun lieben oder nicht für den Nngenblick wenig-stens schienen sie einander Alles in Allem zu scynsic lebten nur für den heutigen Tag, sic mochten nichtan morgen denken.

Seit jener bedenklichen Krankheit, welche so vieldazu bci.gctragcn, Ernsts Lebensweise zn ändern, warer nicht mehr als Antor vor das Publikum getreten.Zn neuester Zeit jedoch hatte die alte Gewohnheit sichwieder geltend gemacht. Bei dem vcrglcichungswciscmüßigen Leben der letzten Jahre hatten sich die Ideenmnd Gefühle, welche, wenn man ihnen einmal sichhingcgcbcn, in solcher Fülle auf ein poetisches Gcmüthchcreinströmcn, so gewaltig in ihm gehäuft, daß dieAbleitung dringendes Bcdnrfniß war. Denn bei man-chen Menschen ist das Schreiben nicht ein unbestimmtesVerlangen, sondern eine gebieterische Bestimmung.Das Feuer ist angczündct und muß ausbrechcn; dieFlügel sind gefiedert und die Vögel müssen ihr Nest«erlassen. Die Mitthcilnng der Gedanken an Andere