11
„Er war dcn ganzen Morgen in der Stabt; ersagte mir, er würde auswärts speisen und jetzt er-warte, ich ihn jeden Augenblick."
„Und Sic haben das Gefühl seiner Abwesenheitwegzuzaubcrn gesucht. Darf ich Sic bitten, in IhremSpiel fortzufahrcn? Ich höre selten eine so schöneStimme, bei so vollendeter Kunsteinsicht. Sie müssenbei dcn besten italienischen Lehrmeistern Unterricht ge-habt haben ?"
„Nein!" sagte Mrs. Tcmpleton mit einer ganzleichten Röthc auf ihrer zarten Wange — „ich lernteMusik als jung von einem empfindenden Freund derMusik, der aber kein Ausländer war."
„Wollten Sic mir dieß Lied noch einmal singen?—- Sic wissen dcn Worten einen Reiz zn crthcilcn,den ich noch nie darin entdeckte; aber sic sind, wieauch die Musik^ selbst, von meinem armen Freund, dcnMr. Tcmpleton nicht leiden mag — Maltravcrs."
„Sind sie auch von ihm?" sagte Mrs. Tcmpletonmit inniger Bewegung; cs ist seltsam, daß ich cönicht wußte. Ich hörte die Melodie auf der Straßeund sie ergriff mich sehr. Ich fragte nach dem Namendes Stücks und kaufte cs — cs ist sehr seltsam."
„Was ist seltsam?"
„Daß eine Art von Sprache in Ihres FreundesMusik und Poesie ist, welche mich anspricht und ge-mahnt , wie Worte, die ich vor Jahren gehört. Ister jung, dieser Mr. Maltravcrs?"
„Ja, er ist noch jung."