Druckschrift 
10 (1843)
Entstehung
Seite
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einer neuen Neigung die Kohlen und Asche einer Seeleentgegenzutragen, die Du ihrer Blülhc beraubt und ver-wüstet hast? Oh! roher und grober Wahn der Männer,daß Nicht« zerstört sey, wenn nur die leibliche Gestaltrein ist! Die Frische der ersten Gefühle, der Duft de«sündlosen Gedankens, der Seufzer, da« Erröthen dertreuen Hingebung — die nur Einmal, nur Einmal gefühltwird — das, da« macht die wahre Mitgift, die ein Mäd-chen an den Herd mitbrinzen soll, dem sie als Weib naht.Oh, Kränkung! Oh, Beschimpfung! mir von Glück zusprechen — vom Altar! Du wußtest nie, Lord, wie ichDich in Wahrheit geliebt habe!" Und zum erstenmal er-leichterte jetzt ein heftiger Thcäncnstrom ihr Herz.

Hastings war beinahe ebenso überwältigt. So er-fahren er war in solchen Abschiedsscenen, wo die MädchenVorwürfe machen, und die Galane um Vergebung stehen,aber doch — 'Leb wohl!' seufzen, fehlten ihm doch jetztdie Worte, um auf diesen Ausbruch «»bezwingbarenSchmerzenS zu antworten, und er fühlte sich gedemüthigtund erleichtert zugleich, als Sybille wieder mit mühsamerkämpfter Kraft, und einer Anstrengung, wie sie Jahredes Lebens erschöpft, und un« beinahe fühlloS gegen allespätere LebenSprüsungen macht, die zornigen Thränenzurückdrängte, und mit unnatürlicher Sanftheit sagte:„Verzeiht mir, mein Lord, ich wollte Euch keine Vorwürfemachen — die Worte entschlüpften mir — denkt nichtmehr daran. Ich möchte gern wenigstens jetzt so vonEuch scheiden, wie ich einst von Euch zu scheiden gehofft