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Ein kaltes Lächeln flog bei diesen letzten Worten überbeS Mädchens Antlitz — das Lächeln eines gebrochnenHerzens — aber es verschwand, und mit jener wunderba-ren Mischung von Sanftmuth und Stolz — mild undverzeihend, aber doch sich fühlend und fest — die ihremCharakter so eigen war, ermannte sie sich zur letzten,schmerzlichsten Anstrengung, um ihre Würde zu behaup-ten, ihre Verzweiflung zu verhehlen. „Weitere Worte,mein Lord, sind eitel — Ich bin mit Recht gestraft für«ine stolze Thorheit. Weiber sollen nicht liebe» über ih-ren Stand. Denkt nicht mehr an mein Schicksal."
„Nein, nein," unterbrach sie der reuevolle Lord,„Dein Geschick muß mich quälend verfolgen, bis Du einenMann gewählt, der ein besseres Recht hat, Dich zu schützen."
Bei der Wiederholung dieses versteckten Wunsches,sie auch an einen Andern zu übertragen, überwältigteeine edle Entrüstung die Ruhe, nach welcher sie bis jetztnicht umsonst gerungen hatte. „Oh, Mann!" rief sieleidenschaftlich aus, „gibt mir Dein Betrug das Recht,einen Andern zu betrügen? Ich — ich heirathen! Ich —ich, am Altar geloben eine Liebe, die tobt ist, todt für im-mer— todt wie mein Herz! Was spielst Du höhnischmit dem hohlen Wort: 'Du bist rein und fleckenlos!' Ästdie Jungfräulichkeit der Seele noch da? Lassen mir dieThränen, die ich um Dich vergossen — das Schauernmeines Herzens, wenn ich Deine Stimme gehört — derKuß der Verlobung, der mir jetzt brennt auf der Stirne,hrennt ans der Lippe — läßt mir das Alles die Freiheit.