80
Verheißungen und Zärtlichkeit einerseits — voll Drohun-gen und Rachsucht andrerseits. Kurz — der Kelch derBitterkeit für Warwick war noch nicht voll; in dieser Nachthatten der Erzbischof und der Mayor von London eineZusammenkunft, und der Tower ward Edwards Freundenüberliefert; — am folgenden Tag zogen Edward und seinHeer unter dem Zujauchzen der Bevölkerung ein — rittnach St. Paul, wo der Erzbischof ihm entgegenkam, Hein-rich , wieder einen Gefangenen, an der Hand führend;"von da begab sich Edward in die Westminster-Abtet; undfrisch von seinem abscheulichen Meineid in Uork herkom-mend, brachte er dem Himmel seinen Dank dar für seinenTriumph. Die Freistatt gab ihre königlichen Flüchtlingeheraus; und in Jubel-und Pomp führte Edward seineGattin und ihr neugeborenes Kind, nebst Jacqnctta undseinen altern Töchtern nach BaynardS Castle.
Am nächsten Morgen (am dritten Tag) marschtrteWarwick» seiner Zusage treu, mit seinem jetzt gesammel-ten gewaltigen Heere auf London zu. Der Verrath hattesein Werk vollbracht — die Hauptstadt war übergeben,und König Heinrich im Tower.
„Diese Umstände erwogen," sagt der Chronist, „er-kannte der Graf, daß alle Berechnungen mit Nothwen-
* Sharon Turner. Ein Trost ist es, zu erfahren, daß dieserErzbischof zwei Jahre später von Edward IV. beraubt unddann eingcke'rkcrt wurd'e; auch erhielt er seine Freiheit nurwenige Wochen vor seinem Tode wieder, tt<5 lfünf Jahrenach der Schlacht von Barnet).