44
ward belästigt und gequält durch Heinrichs fromm« Be-sorgnisse, er suche durch eitle Wissenschaft sich über denWillen der Vorsehung zu erheben.
Und doch, so seltsam es klingt, der Graf gewann denKönig, obgleich dieser unaufhörlich seinen ungestümenGeist reizte und ärgerte, doch immer mehr lieb. Diesevollkommene Unschuld, diese Entfernung von aller Tückeund Selbstsucht, in einem Zeitalter, das von keinem je anTücke, Falschheit und selbstsüchtiger Verstellungsknnstübertroffen wurde, erregte ebenso sehr WarwickS Bewun-derung als sein Mitleid. Wa» nur immer «inen Contrastmit dem Wesen Edward» de- Vierten bildete, hatte einenReiz für ihn. Er bemeisterte seine hitzige GemüthSartund dämpfte seine gewaltige Stimme in seiner heiligenNähe; und die innige Ueberzeugung von der Hohlheitaller weltlichen Größe, welche durch den Besitz weltlicherGrüße selbst sich dem Gemüth des Grafen lebhaft aufge-drungen hatte, bewirkte eine einigermaßen verwandteStimmung bei dem sanftmüthtgcn Heiligen und dem feu-rigen Krieger. Zum hundertsten Mal seufzte Warwtck,wie er Heinrich verließ:
„Wäre doch mein wackrer Schwiegersohn gekommen!sein Geist wird bald das Regieren lernen, wo dann Mar-wick entbehrlich werden wird! Ich bin müde — arg müdeder Ausgabe, die Menschen zu beherrschen!"
„Heiliger St. Thomas!" rief derb und treuherzigMarmaduke, an welchen er diese traurigen Worte gerichtethatte — „so oft Ihr den König besucht, kommt Ihr zu-