Warwick, ganz in eins Rüstung von MailändischemStahl gehüllt, bis auf den Helm, den ein Knappe ihmnachtrug, auf seinem edelu Roß Saladin, zeigte in einemAntlitz, so ganz geschaffen, über die Bewunderung einesVolkes zu gebieten, denselben Charakter wie früher — denmännlicher Majestät und hochherziger Offenheit, Abereinem schärfern und prüfenderen Auge, als sich vermuth-lich in einer solchen Stunde auf ihn heftete, mochten sichdie dunkeln, tiefen Spuren von Sorge, Bangigkeit undLeidenschaft Wohl verrathen haben in den Linien, welchejetzt häufig die einst so glatte und ungefurchte Stirne durch-schnitten ; und sein königliches Auge, nicht wie ehmalsgerade vor sich schauend, wie er dahin ritt, warf unruhigespähende Blicke nach allen Seiten hin, wie er sein ent-blößtes Haupt überall hin gegen die ihn willkommen hei-ßenden Tausende neigte.
Eine viel größere Veränderung war auch schon fürein oberflächliches Auge in dem schönen jungen Angesichtdes Herzogs von Clarence sichtbar. Seine Gesichtsfarbe,gewöhnlich blühend und blutreich, wie bei seinem älternBruder, war jetzt nicht viel weniger blaß als die Richards.Ein mürrischer, mißmuthiger, unzufriedener Ausdruck, denall die Herzlichkeit der Begrüßungen, die ihm gebotenwurden, nicht zu verscheuchen vermochte, machte einenaiiffallenden Contrast mit der launigen, lachenden Sorg-losigkeit, die einst ein: „Gott segne ihn!" Allen entlockthatte, auf welche der Blick seines hellblauen, fröhli-chen Auges fiel. Er war unbewaffnet, bis aus einen reich