Schooße des Gemetzels! Sie waren bis in die Mittedes Feldes gekommen, als sie von einer Stelle, wo dieLeichname am dichtesten aufeinandergehäust lagen, eineschwache Stimme Gott um Vergebung beten hörten; undplötzlich ertönte als Antwort eine Stimme voll wildererTodesqual — die nicht betete, sondern fluchte.
Von demselben Gefühl getrieben schritten die beidenweichherzigen Flüchtlinge schweigend jenem Punkte zu.
Der leidende Beter war ein Jüngling, kaum überdie Knabcnjahre hinaus; sein Helm war gespalten, seinHaupt war bloß, und seine langen lichten Haare mit Blutzusammengeklebt, fielen über seine Schultern. Neben ihmlag ein starkgebauter, gewaltiger Mann, der sich in pein-vollem Schmerz krünimte, von einem Uork'schen Pfeilunter dem Arm durchbohrt, der Schaft noch aus der Wundehervorragend — und des Mannes Flüche beantwortetendes Knaben Gebet.
„Friede mit Deiner scheidenden Seele, Bruder!" sagteWarner, sich über den Mann beugend.
„Armer Leidender!" sagte Sybille zu dem Knaben,„fasse Mnth; wir wollen Dir Beistand schicken! Du kannstvielleicht leben bleiben!"
„Wasser! Wasser! — Hölle und Verdammniß!Wasser, sag' ich!" stöhnte der Mann; „Einen TropfenWasser!"
Es war der Hauptmann der Marodeurs, welche dieWanderer gefangen hatten.
„Deinen Arm! hebe mich auf! rücke mich weg! die-BuIwer'S Romane. LVlll. 4