Druckschrift 
7 (1843)
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

konnten nur noch zwei Parteien in England scyn dieeine für Edward IV., die andre für Heinrich VI.

Lord Montag» hatte sich nach Warwick Castle bege-ben, um persönlich dieß Ergcbniß seiner diplomatischenKunst zn berichten. Der Graf, dessen Wesen ganz undgar verwandelt, nicht mehr offen und herzlich, sondernverschlossen und finster war, hörte ihn mit düstrem Schwei-gen an.

Und nun," sagte Montagu in der großherzigenAufwallung eines Mannes, dessen edlere Natur tief er-regt war,wenn Ihr Krieg gegen Edward beschließt,obgleich noch Nichts dazu reif und eine Niederlage wahr-scheinlich ist bin ich bereit, auf meinen eignen Ehr-geiz, auf die Hand der Tochter des Königs für meinenAohn,'zu verzichten, um die Ehre unsres gemeinschaftli-chen Namens z» rächen. Ich gestehe, daß ich Edward sogeliebt habe, daß ich Euch gerne bitten würde, noch zu-zuwarten, wenn ich mir nicht selbst mißtraute, bei einersolchen Verzögerung möchte der Zauber seines Wesensund seiner Künste mich zu der alten Neigung zurückfüh-rcn. Aber dennoch, Eurem Arm und Eurer großen Seelebin ich Alles schuldig, und wen» Ihr entschlossen seyd,den Streich zu führen, so bin ich bereit, Gefahr undMagniß zu theilcn."

Der Graf wandte sein Gesicht ab und preßte seinesBruders Hand.

»Unser Vater, dünkt mich, hört Dich auS seinemGrabe sprechen!" sagte er feierlich, und es trat eine lange