Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

ILO

erniedrigend war es, so plötzlich von der Hoheit desGedankens herabgerufen zu werden, um nach Pfunden undHellern um das Daseyn zu feilschen, und Das mit einemMenschen wie Hausman! Das ist der Fluch, welcher durchZermalmung unsers Stolzes dem Trauerspiel des Lebenserst seine rechte Tiefe gibt! Doch ich kehre zu dem obenGesagten zurück. Ich war daran, Madeline zu heira-then; noch einmal war ich arm geworden, aberdiesmal starrte mir der Mangel nicht so grimmig entge-gen; ich hatte von Jemand, de» Sie kennen, das Verspre-chen eines Jahrgeldes erhalten, klm Das, was ich einmalmeinem Nebenmenschen mit Gewalt abgezwungen, batich jetzt; aber nicht im Geist des Bettlers, sondern desBerechtigten, und in diesem Sinn ward mirs auch zuge-standen. Und nun war ich wirklich glücklich; Hansmanglaubt' ich ans ewig von meinen, Pfad entfernt; Made-line sollte in wenigen Tagen die Meinige seyn! Ich gabmich der Liebe hin; blind und getäuscht wandelte ich fortund erwachte am Rand des Abgrundes, worein ich jetztstürzen soll. Sie wissen das klebrige. Aber oh! was glichmeinem Grauen! es war kein ganz werthlvses, vereinzel-tes Wesen in der Schöpfung, das ich aus dem großenLebensganzen ausgestrichen! Den Bruder Desjenigen hatt'ich gemordet, dessen Kind meine Verlobte war. Geheim-nißvolle Nehme! dunkles, nie ruhendes Schicksal! Woich mich am fernsten von ihm glaubte, packte mich seinegewaltige Hand. Merke Dir, junger Mann, darin sprichtsich eine Idee des Sittengesetzes aus, wie sie Dich wenige