Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
98
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gen, er aber wollte Das nicht zugeben; er, dessen Berüh-rung, dessen Anblick schon mich halb krank machte, wälztesich mir in den Weg und ließ sich beikommen, mich zu ver-spotten, zu beschimpfen, ja zu bedrohen. Aber als ernäher kam, fuhr er vor dem bloßen Blick meines Augeszusammen, und ich ging fort, ohne mich weiter nach ihmumznsehen. Die mir angethane Schmach verletzte michtiN Innersten; er hatte auf meine Armuth gestichelt; Ar-muth zu verhöhnen war einer seiner LieblingSspässe. Tiefhatte er mich verwundet; aber Wuth, Rachbegierde nein! diese Leidenschaften hatte ich noch nie gegenirgend Jemand gefühlt. Auch jetzt erhoben sie sich umsolcher Ursache willen noch nicht in mir; aber ich war inmeinen eigenen Augen erniedrigt; der Stich ging mirdurch die Seele. Armuth! Ein solcher Mensch michverhöhnen! Er sich um eines Bischen gelben Staubswillen über mich erhaben wähnen! Ich ging aus derStadt und verweilte an den zerrissenen, bnchtigen Uferndes Flusses. Es war ein dämmeriger Wiutertag; schwarzund düster rollre das Gewässer dahin, und trostlos rauschicdas dürre Laub unter meinen Füßen. Wer will behaupten,die äußere Natur habe keine Wirkung auf unser Gemüih?Alles um mich her schien feindlich auf mein Loos zublicken. Im Angesicht des Himmels und der Erde las ichdie Bestätigung des Fluchs, welchen der Mensch über dieArmuth ausgesprochen hat. Ich lehnte mich au einenBaum, der über das Wasser herhing, und ließ in bitte-rem Schweigen meinen Gedanken ihren Laus. Ich hörre