Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
9
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Genug, Oheim!" rief Walter, halb im Zorn, halbim Kummer.Die Zeit sei) die Richterin zwischen unsallen."

Mit diesen Worten schied er und ging zu Fuß nacheinem Bauernhaus, halb Wegs zwischen Grünthal undder Wohnung des Friedensrichters, wo er, bevor sie sichnach ersterem Ort begeben, den Korporal klüglich zurückgelaffen hatte, indem er diesem Menschen keineswegs soviel Zartgefühl zutraute, um nicht über eine so peinlicheund verworrene Angelegenheit Getratsch und Aergernißim Dorf zu verbreiten.

Mag die Welt erbeben wie sie will, es gibt gewisseGemüther, die von den Wechseln derselben nie ergriffenwerden. Nichts gibt einem Gemälde des Jammers einensolchen Schmerzens-AuSdruck, als die Figur vvn irgendJemand, der mit gleichgültigem Blick im Hintergrundsitzt. Hogarth kannte dieses Geheimniß wohl. Man be-trachte seine Scenen am Sterbebett: Armuth undLaster zum Grauen herausgehoben und in einem Win-kel die Aerzte, die sich um die Kosten raufen! oder dasKind, das mit dem Sarg spielt! oder die Wärterin,die noch wegstiehlt, was das harte Schicksal, das dochnicht so hart ist, als die Menschen, da gelassen hat. Dertiefe tragische Humor, der unsere Einbildungskraft undunser Herz im unsterblichen Roman des Cervantes imgleichen Grad rührt, (denn welch schwermüthige Betrach-tung liegt da im Hintergrund, wo uns eine einzige ritter-liche Narrheit über Alles, was zart, tapfer, weise und