Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
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brauchen, durch lange und sehr dunkle Wimpernsaust gedämpft. Ihre Gesichtsfarbe allein wurdesie schon zu einer Schönheit gemacht haben,sie war so rein, so durchsichtig; das Blut schim-merte darunter durch, wie Rosen unter einem spie-gelhellen Bache; wenn, um meine Vergleichungzu rechtfertigen, Rosen Lust hätten, unter solchenVerhältnissen zu wachsen. Ihre Nase hatte jenezarte, fein gezeichnete, so selten, außer an griechi-schen Statuen, vorkommcndc Form, welche denschärfsten und entschiedensten Umriß mit weiblicherAnmnth und Sanftheit verbindet, und der kurzegeschwungene Bogen, der von da gegen den Mundsich herab senkte, war so zart so luftig undköstlich gebildet, daß es schien, als habe der Lie-besgott selbst die Brücke entworfen, die zu seinemschönsten und blüthenreichsten Eiland führte.Rechts vom Munde war ein Grübchen, das jedemLächeln, jeder Bewegung der rosigen Lippen so ge-nau entsprach, daß man geschworen hätte, derSchatten jeder Empfindung streife darüber hin,wie der rasche Wechsel von Licht und Dunkel aneinem Aprilhimmel in einem Thale sich abspiegelt.Sie war um etwas, aber nicht viel über die mitt-lere Größe hinaus; und ihr Wuchs, der all dieerste jugendliche Frische des Mädchens mit denvolleren Reizen der Frau verband, war so richtig,so zierlich abgerundet und vollendet, daß das Augeüber die ganze Gestalt Hingleiten konnte, ohne die