72
„Mein Herr!" antwortete ich, „Sie werdenmich verstehen, wenn Ich Ihnen sage, daß die Ehreeiner andern Person mir Stillschweigen über die-ses Geheiinniß auferlegt."
„Mein Herr!" sagte der Franzose, indem erheftig die Farbe wechselte, „ich habe sie früher ge-sehen, — mit einem Wort, sie gehören mir!"
Ich lächelte, darüber geriet- mein junger Heldganz in Feuer. ,,0m, dlonsieor!" sagte er, undsprach jetzt sehr laut und rasch, „sie gehören mir,und ich bestehe darauf, daß Sie dieselben unver-züglich zurückgeben, oder Ihre Ansprüche daraufmit den Waffen geltend wachen."
„Sie lassen mir nur Eine Antwort, mein Herr!"sagte ich, „ich werde einen Freund aufsuchen, derIhnen sogleich aufwarten soll. Erlauben Sie mir,nach Ihrer Adresse zu fragen?" Der Franzose, derin großer Bewegung war, zog eine Karte hervor.Wir beugten uns und giengen auseinander.
Ich begaffte die Adresse in meiner Hand, welchedie Worte enthielt L. ck'^rimsrt, rue <le Lourboii,llume'ro- als der Groß an mein Ohr schlug:
„Jetzt kennst du mich ? Und du, du bist Alonzv."
Ich bedurfte meiner Augen nicht, um LordVincent zn erkennen.
„Mein theurer Freund," sagte ich, „mich freut,Sie zu sehen," und hierauf vertraute seinem Ohrdie Einzelnheiten meines Morgen-Abenteuers. LordVincent hörte mir mit augenscheinlichem Interesse