XVI
EINLEITUNG.
Vulcanus, und ho winde denn dieser beschworen, um ein unver-brennbares bolz zu liefern! — auf den gleichen weg der Inter-pretation drängt uns 2) die merkwürdige stelle von den Seeräubernv. 870 fl’, das wunderbare landschifl’ ist ausgerüstet und setzt sichin bewegeng, aus dem innern hervor lässt sich ein ganzes Or-chester vernehmen: taburen (8G2), floiten unde horn (8G3), hu-sünen (867), pßfen unde rotten (869):als er gaHottenfuortc mit sinem Jieremul rouben woltc üf dem mcrc.')hier wird also der aufzug des ritters mit dem eines piratencapitänsverglichen, der mit klingendem spiel auf seeraub ausfahren soll,woher diese wunderliche Vorstellung von den musikalischen pi-raten, die wie ein modernes operettenmotiv aussieht, aber gewisnichts mit der Wirklichkeit zu tun hat? gewöhnlich wird vonden soeriiubern gerade berichtet, dass sie sich in möglichst un-auffälliger, also doch wol auch geräuschloser weise annähern,sollte dem dichter etwas von dem Verhältnis der antiken Seeräuberzu ihrem schutzgott Dionysos zu obren gekommen sein ? ich glaubees nicht, den aufschluss gibt, wie mir scheint, wider eine stelledes Tristan, die ich zunächst in der fassung hersetzen will, wiesic dem dichter des MvC. Vorgelegen haben mag, nämlich nachM, der für uns ältesten Münchener hs. s ) Tristan, von Markenach seinen musikalischen kenntnissen gefragt, erwidert v. 3G75 f.harphen linde rottendaz Urten mich galiotten.
ich vermute, dass diese stelle, in welcher das muster aller höfi-schen tilgenden Seeräuber als seine musiklehrer zu bezeichnenschien, die phantasio unseres autors befruchtet hat. in Wirklich-keit sind diese Galiotten oder, wie die andern hss. richtig schreiben,(Inlotlen spielleute aus Gates d. i. Wales, wie es denn auch unmittel-bar darauf heilst zwene meisten GAloise; vgl. auch 1G276 vonGates ein spilmann mit v. 16283 f. dem Gälotten.
1) ol) mim hiev meine herstellung des toxtes oder diejenige Hauptsverzieht, bleibt für den sinn und die Vorstellung glcichgiltig. 2) der nochMafsmnnn gefolgt ist, nur dass er GalioUen als cigennnmen schreibt.
MOKIZ VON CB AON.
XVII
Die eine stelle mag hier die andere stützen: wem aber derUrsprung der beiden schiefen reminiscenzen aus dem Tristan nichti'eiiiigend oinhmeliM. den bekehrt vielleicht eine ähnliche confusionbei einem zoii*p*nfi- j i.-ehe 11 dichter, in die durch einen seltsamenzufall ein- reit.« vuter Yuleuntis und anderseits die MünchenerTri-tnnh-, v■ rtfix-bten i-t. in der französischen dichlung Flohe.. t !!!.)•' ' t!> r') wird ein ko-tbnnT güldener bcchcr mit darstcllungcn■m* ihr Trej-i-age erwähnt, der sich einst im besitze der römi-Lai«r lH-funden habe, bis er dem Cäsar gestohlen worden,,-i; d.’c- r uralte lieeher wird als ein werk des Vulcan bezeichnet :v, ! ‘‘.i Vnlenns la /ist, Konrad Fleck nun, der dies v. 1580 (inlehrte Vidi-nn, ein smit) hiaehschroibt, ohne zu ahnen, dass es►'••h dabri um einen allen gotl. handelt, hat sich dadurch ver-f'uhten l.'i-'cn, einige hundert versc später recht unpassend dengicadien ohne anregung der quelle abermals anzubringen.
•>'>n <b-:n echi'iiunnnuimmt der Blancheflur mit den automaten! • if- * im v. 2ii2'' f.:
e; mach eien zwene smide wise ,
Gutciin und Orp hanus.
die-wr sehmicd Orphauus ist kein anderer als der sänger Orpheus:Fbrk hat zweifellos jene selbe partie des Tristan in unklareri rinnerung, welche sich auch im gedächtnis des dichtere des MvC.\ti>ehoben hat: den Trist. 4930 auftretenden Vulkan, den wisen,dm unt ren , den guolcn iisl/vürlcccrc brachte er zusammen mit dem1 m ver.-c früher genannten Orpheus (4788), und hier bot ihmtat.-aehlieh der zweig der Überlieferung, den wir aus der Münchenerh-, kennen, Orphancs zunge' 1 ). somit haben wir auch eindoppeltes zeugnis für das alter dieser Überlieferung. —
leb hin nunmehr soweit gelangt, die entstehung des Morizvon Craon nach dom Tristan Gottfrieds von Strafsburg und vor
h die erste fassuug bei Du Meril, die der von IBekker (Berlin 1844)ln r.iu'-gogebcnen entspricht. 2) den tatbestaud hat schon richtig erkanntl.zoimiier in der nnni. zu Fl. 2029. der naheliegende einfall, dass etwa)!..■ beiden eonrusionarii identisch, Fleck also der verf. des MvC. sein könnte,
1 »halt noeli eine trügerische stütze dadurch, dass im cingauge des MvC. dertnnnllieli von Fleck übersetzte) CligOs benutzt ist — er erweist sich'•ht I- In i näherer betraehtung sofort als unhaltbar.
'•*°i .‘iitfloutscho Kiltermccren. d