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4. Kapitel. Die Kolvuien.
„Groß-Friedrichsburg" widmen. Der große Fricdrichsberg, auf welchemdiese erste braudcnburgische Kolonie entstand, lag unter 4° 75' nördlicherBreite und 2" 0' westlicher Länge (von Greenwich). Er war nach Gröben'sMessungen 4 Ruthen hoch, 30 Ruthen lang, 12 Ruthen breit und er-streckte sich ungefähr 5 Ruthen in die See hinein. Das Terrain, welches„ganz leimicht" war, wurde durch die Dvppelmündnngen eines Flussesin der Winterzeit zur Insel umgcstaltet; im Sommer glich es einer Halb-insel,^ weil die eine Mündung stets nustrocknete. Die Veste warquadratisch angelegt mit nur zwei Bastionen nach der Landseite hinund blos „von Zäunen geflochten." Ihr Anblick war kein imposanter.„Ein schlechtes Fort, das wie ein Bauerngarten aussieht," berichtete imMärz 1684 Johann Nleman, ein neu eingetroffener Kompagniebeamtcr;"die Wohnung verglich er „guoack gnantitatonr st grmlitatsiu" mit einerBauernscheunc. Alsbald wurde das Fundament zu einem neuen großenund massiven Fort gelegt, dessen völliger Ausbau fast so lange dauerte,als Groß-Friedrichsbnrg in brandenburgischcm Besitze stand." Die vomGroßen Kurfürsten dazu geschenkten 36000 Thalcr^» reichten bei Weitemnicht hin. Im April 1687 berichtete ihm Raule:-"' „Den Groß-Friedrichs-bnrgschcn Festungsban anlangend, da will sich nicht gebühren, daß mansich auf einmal damit blöße; man wird denselben gemächlich und vonlanger Hand vollenziehen. Ich schicke von Zeit zu Zeit, soviel die 6a.88aertragen kann, allerlei Baumaterialien dahin. Jtznnd liegen wieder 7000Dachziegel, Bretter und Kalk .... parat, die mit dem ehesten dahingehen sollen." Erwägen wir, daß fast alles, was zum Baue gehörte,von Europa aus hingeschafft werden mußte und daß die Mittel derKompagnie nur geringe waren, so kann uns das langsame Vorwärts-schreiten nicht wundern. Jedem neuen Gouverneur wurde der Festungs-bau dringend empfohlen. Im Jahre 1708 war letzterer, wie ein über-
" In dem Berichte der Offiziere S. M. Schiff „Sophie" („Das Kurbrandeu-burgische Fort Groß-Friedrichsburg") wird daher (S. 4) gesagt, das Fort liege aufeiner Halbinsel. Die Offiziere besuchten nämlich dasselbe im Monat Februar, welcherdort in den Sommer fällt.
> ^ Jan Nieman (damals Assistent) an den Bürgermeister Diurtio Andres zu
Emden, <!. ä. Groß-Friedrichsburg, den 8. März 1684. Emdener Stadtarchiv, LotaNr. 279. vol. I. Der Brief ist zum Theil bei Hofmeister, a. a. O., S. 48 ff., ab-gedruckt.
-2 Die nähere Beschreibung sammt Grundriß in „Brandenburg-Preußen," S. 25,bezw. Skizze 2„ — Vgl. hierzu den Anm. 17 cit. Bericht, S. 5.
20 s. S. oben Anm. 111 zu Kap. 3, K I.
S. Urk. Th. II, Nr. 118.