Z 1. Auf der Goldknste.
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sich zurückzuziehen, doch lvnrden zur Vorsorge noch zwei sechspfündigeStücke aus den Berg geschafft. Bald sollte sich bei den jungen Kolonistenein gefährlicherer Feind als der eben verscheuchte einstellen: die Landseuche/"ein hitziges Fieber, welches mit solcher Heftigkeit auftrat, daß von vierzigMann nur fünf fähig waren, den Wachtdienft zu thnn. Die beidenIngenieure, der Sekretär, ein Sergeant und vier Soldaten starben inkurzer Folge; Groben selbst entging mit knapper Nvth dem Tode. DieBefestigungsarbeiten gericthen ins Stocken, weil auch die Zimmerleuteerkrankt waren; sic konnten erst wieder ausgenommen werden, als der„Morian" ans St. Apollonia, wo er inzwischen Handel getrieben hatte,zurückgekehrt war und fünfzehn Matrosen zur Verstärkung der Garnisonabgab. Kaum waren das Wohnhaus nebst den Baracken errichtet unddie Pallisadcn mit Erde gefüllt, da wurden die Brandenburger durchden Häuptling Casparo aus Axim gewarnt, gute Wacht zu halten, denndie Einwohner von Advm wollten sie innerhalb zwei Tagen mit drei-oder viertausend Mann überfallen. „Mir war bei der Sache nicht wohlzu Muthe, schreibt Grüben;" denn unser waren ungefähr 50 Mann,diejenigen vom Schiffe mitgezchlet; dabei hatten wir 200 wohlarinirteSchwarzen. Des andern Tages Vormittage kamen unsere Oapwoirsbittende, wir mochten dvch ihr Weib, Kind, Hab und Gut ins Kort nehmen,denn der Feind wäre schon da. Zugleich hörcten wir auch etliche 1000 Mannein halb Viertel-Weges von uns im Gebüsche stets mit ihren Mnsqnctenplatzen. Wir hatten uns auch färtig gemacht und unsere Stücke mitKartätschen geladen. Da sich nun der Feind (welcher vielleicht gemeinet,wir sollen vor Schrecken laufen) in stetem Feuer zu uns genahet, befahlich mit einer sechSpsündigcn Kugel unter sie zu schießen, welche recht inden größesten Hansen geschlagen. Zugleich hatte der Krieg sein Ende,(weil die Mohren nichts weniger, als das grobe Geschütz vertragen können);sie höreten ans zu schießen und liefen in aller Geschwindigkeit davon,denen unsere Schwarzen noch ein ziemliches Stücke Weges nachsetzeten."
Nach diesem Abenteuer blieben die Kolonisten eine Zeitlang un-behelligt, und sie konnten sich ganz ihrer Aufgabe, der Erbauung der Veste
E Ja» Nieinaim nennt die Landsenche (in seinem Anm. 18 naher bezeichnetenSchreiben) den Willkommensgrnß für alle Ankömmlinge. — Hierbei will ich erwähnen,daß die Klage Uber die Ungesundheit des Klimas in sehr vixlen Berichten von Kom-pagniebeamten wiederkehrt. S. aber Anm. 106. — Vgl. auch Bosman, t. v., x. 18und 112 sg., welcher bemerkt, daß Guinea in dem Rufe eines Todtenortes steht. Be-sonders nachtheilig waren namentlich der jähe Temperaturwechsel zwischen heißen Tagenund frischen Abenden und Nächten, sowie schädliche Nebel zur Winterszeit. — Bei Labat,I. e., t. 1, x. 229 heißt es freilich: „Das Land ist gesund."
's a. a. O., S. 87 ff.