Vorrede
Ein Vortrag, den ich im Frühjahr 1887 in der Berliner JuristischenGesellschaft über die Rechtsverhältnisse der deutschen Kolonialgesellschaftengehalten habe, hat die Anregung zu dem Werke des 1)r. Schuck überBrandenburg-Preußens Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürstenund seinen Nachfolgern gegeben. Ich habe bei jenem Vortrage daraufhingcwiescn, wie die mir gesetzte Berufsarbeit und die für den crstercnbemessene Zeit cs nicht gestattet hätten, trotz sehr naheliegender Ver-gleichspunkte ans die Kolonialpolitik des Großen Kurfürsten zurückzugreifcn,über welche es zwar nicht an zahlreichen Urkunden in den Archiven,wohl aber an einer sorgfältigen und umfassenden Darstellung fehlte. Ichknüpfte daran die Hoffnung, daß unter den jüngeren Mitgliedern derGesellschaft sich der Eine oder der Andere finden würde, welcher sichdieser ebenso mühevollen als dankcnswerthen Aufgabe unterziehen möchte.Schneller, als ich es geglaubt, und in reicherem Maße, als ich es mirvorstellcn konnte, hat sich meine Hoffnung erfüllt. Ich empfinde es alseine besondere Gcnugthuung, daß es mir vcrstattet ist, das große Werkdes Ur. Schück mit einigen Worten einzuleiten, welche zeigen sollen, wiewerthvolle Ergebnisse die Geschichte des Großen Kurfürsten aus demHause Hohenzollern und die Geschichte der deutschen kolonialen Be-strebungen dem Eifer und der Forschung dieses jungen Gelehrten ver-danken.
Deitn bis zu der hier vorliegenden Darstellung ist die Kolonial-politik Brandenburg-Preußens, welche in schwerer Zeit, aber in kühnerVoraussicht von dem Großen Kurfürsten angebahnt und ansgeführtworden ist, einer eingehenden Untersuchung nicht gewürdigt worden.
Selbst Pufcndorf hat in seinem großen, 19 Bücher umfassendenGcschichtswerke
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