Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
235
Einzelbild herunterladen
 

Z 2. Unter Friedrich HI.

235

Bewohner derselben, welche zur Zeit auf St. Thomas angcsiedelt waren,hatten mehrfach dem Kommerzicndirektor de Laporte vorgestcllt, wie gernsie dorthin zurückkehren würden, wenn der Kurfürst jene Insel an sichbrächte. Die englische Garnison auf St. Eustache bestand nur aus zwölfMann, und de Laporte glaubte, daß König Wilhelm III. sich leicht zurAbtretung dieser kleinsten der dortigen Inseln verstehen dürfte. Derenglische Hof ließ sich jedoch auf nichts ein und wies auch das An-erbieten, St. Eustache gegen Überlassung der Hälfte von Tobago ab-zugeben, zurück. 6" Man befürchtete, daß die Brandenburger den eng-lischen Handel auf Barbados beeinträchtigen möchten.

Die Finanzverhältnisse der afrikanischen Kompagnie hatten sich in-zwischen andauernd verschlechtert. Außer unter den bereits erwähntenUnglücksfällen mußte sie noch darunter leiden, daß keines der von ihrausgesandten Schiffe zurückkehrte; dieselben waren theils uutergegangen,theils niit werthvoller Ladung von französischen Kapern aufgebrachtworden." Im Sommer des Jahres 1691 konnten dahre drei nachAfrika bestimmte Schiffe, die auch zur Verstärkung bezw. Ablösungder Garnison 80 bis 100 Mann von der Marinemiliz mitnehmensollten," nur dadurch ausgerüstet werden, daß der Kurfürst, wie schonin früheren Füllen, seine Erlaubniß zur Aufnahme von Leib- und Los-renten ertheilte, für deren Einlösung er sich „unter Verpfändung allseiner Länder, Domänen und Herrlichkeiten" als Selbstschuldner ver-bürgte." Die Besorgung dieser Anleihe lag anfänglich in den Händendes Raths und Residenten zu Amsterdam, Karl Rudolph von Kuffeler,später in denen des Kaufmanns Wilhelm Pedh zu Rotterdam." Die

Köln, den 19./29. Juli 1691, nebst 5 Beilagen. U. 65. 16. — S. auch. Urk. Th. II,Nr. 138 und Art. 10 Urk. Th. II, Nr. 135^

Kurfürst an den Gesandten Thomas Ernst von Danckelman in England, ä. ä.Köln, den 26. Marz 1692. U, 65. In dieser Order wird Danckelman zugleich an-gewiesen, mit einem gewissen La Vie namentlich auch wegen eines einzurichtenden Blech-handels aus Brandenburg und wegen des Hanf-, Pech- und Theerhandels aus Königsbergnach England zu sprechen. Es hatte nämlich darum die Oster'sche Kompagnie in Londonschon vor etwa zwei Jahren gebeten.

S. Einl. zur Urk. Th- II, Nr. 135^ ; die „Stadt Emden" z. B- war beiHitland mit einer Ladung von 175 Mark Gold (1 M. 320 holl. Fl.) im Sep-

tember 1689 genommen und nach Brest aufgebracht worden. — Admiralität zuEmden an den Kurfürsten, ä. ck. Emden, den 27. September/7. Oktober 1689.1i. 65. 15.

" Order, ,1. ä. Emden, den 20. Mai 1691. Die Schiffe hießen: FriedrichWilhelm und Derfflinger; eine Galiote begleitete sie.

'2 Formular einer Rente in R. 65. 16.

" Kurfürst an W. Pedh, ä. ä. den 26. Juni/6. Juli 1691. U. 65. 16.