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1 (1889)
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234
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234 3. Kapitel. Die brandenburgisch-afrikanische Kompagnie.

einem Proteste entgegen, Inhalts dessen seine Landsleute bereits imJahre 1682 die Insel okkupiert hätten. Seitdem ist vom Krabbeneilandnicht mehr die Rede. — Die Kompagnie richtete ferner ihr Augenmerkwiederum auf die Insel Tabago," und wirklich kam es diesmal am4./14. Mai 1691 zum Abschluß eines Vertrages^ mit dem HerzogFriedrich Kasimir von Kurland, wozu wohl dessen kurz zuvor vollzogeneVermählung mit der Schwester des Kurfürsten, Elisabeth Sophie, dasMeiste bcigetragen hatte. Es sollte eine Theilung der Insel stattsindeu,eine Festung darauf erbaut werden und ein friedlicher Handelsverkehrzwischen den beiderseitigen Unterthanen Platz greifen. Der Kaufpreiswar auf 40000 Thlr. festgesetzt und längstens innerhalb sieben Jahrennach der Besitznahme zahlbar. Es gelang jedoch nicht, England zur Auf-gabe seiner Ansprüche auf die Insel zu bewegen; daher mußten auchscheinbar sehr vortheilhafte Anerbietungen einer englischen Kompagniebezüglich Tobagos unberücksichtigt bleiben, und schließlich wurden am25. August 1693 von beiden Theilen die Vertragsurkunden wieder aus-gewechselt. — Friedrich III. ließ endlich den König von England anfragen,ob dieser bereit wäre, ihm die Insel St. Eustache zu überlassen. Frühere

°° S. oben S- 207.

Urk. Th. II, Nr. 134. — Raule war an dem Entwürfe des Vertrages be-theiligt; die von ihm verfaßten „Oonäitionss, unter welchen S. Chf. Dl. zu Branden-burg mit des Herrn Herzogs von Kurland Durch!, eine Societät auf der Insul Tabaxoeingehen wollen" sind im Wesentlichen übernommen. Die Verhandlungen wurden zumTheil in Hamburg durch den Freiherrn von Knyphausen geführt. L. 9. 7. >1. s.

Hierbei mögen noch folgende Notizen aus den Men Erwähnung finden. Am11./21. Juli 1699 berichten die Räthe Kornmesser und Walter aus Emden, daß derkurländische Gesandte Praetorius im Haag dem französischen Gesandten Bonnerepos dieInsel Tabago zum Kaufe angeboten und dieser darauf geantwortet habe: „Dies seiunnöthig, da die Insel fiirs bslli acquiriert und bei dem Friedenstraktat das Do-minium Frankreich verblieben sei." Tabago soll gegenwärtig mit französischer Milizbesetzt sein. —

Im Jahre 1708 ließ ein dänischer Kapitän Palm, welcher früher viele Jahreim kurländischen Dienste in Tabago gewesen, dem König Friedrich I. durch den preußi-schen Gesandten von Viereck in Kopenhagen den Vorschlag unterbreiten, mit dem Herzogvon Kurland aufs Neue wegen Tabagos zu kontrahieren. Friedrich I. war nichtabgeneigt, fragte aber zuvor in England an, ob dieses Ansprüche darauf mache, (v. V.an den König, ck. ä. Kopenhagen, den 6. Mai 1705. König an v. V-, den 2. Juni1705.) Bonet und von Spanheim berichteten aber, daß nach ihrem Dafürhalten Eng-land eine Besitznahme der Insel nicht zulassen würde, ä. ä. London, den 8./l9. bzw.9./20. Juni 1705 — L. 9. 7. ä. s. Bei dieser ablehnenden Haltung ist Englandallezeit geblieben, so oft sich auch Preußen — zuletzt im Jahre 1721 — für die An-sprüche der Herzöge von Kurland auf Tabago verwandte.

Kurfürst an den Gesandten Thomas Ernst von Danckelman in England, ä. ä.