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1 (1889)
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8 2. Unter Friedrich III.

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demnach nicht zu verwundern, wenn Friedrich III. im März 1690 aufRaule's Bitte, „nichts auf seine Mißgönner und deren gehässige Anzeigenzu geben," reskribierte, er müßte doch sein Gerechtigkeit liebendes Gemüthkennen und daher wissen, daß von ihm niemand auf bloßes Angebennngehört verdammt würdet Bald darauf fing Raule's Anseheu wiederzu steigen an. Das erweiterte Marinereglement vom 27. August d. I."gab ihm seine frühere Machtstellung zurück. Um dieselbe Zeit berichtetenauch die beiden Kollegien in Gemeinschaft mit ihm aus Emden," daß siein verschiedenen Konferenzen den größten Theil der Mißhelligkeiten bereitsbeigelegt und damit bald fertig zu werden hofften. Hierin darf wohldas Ende der fraglichen Untersuchung erblickt werden. Jedenfalls warim folgenden Jahre von einer solchen nicht mehr die Rede, denn mittelsOrder vom 17. Juli" erließ der Kurfürst Raule schenkungsweise9783 Thlr., welche letzterer als Schlagschatzgeld gemäß einem Münz-vertrage vom November 1689 zu zahlen hatte. Als Grund dieser Schenkungwurde in der betreffenden Order angegeben, daß Raule nicht nur bei derMünze, sondern auch bei den ihm wider die Franzosen ertheilten Kaper-patenten durch Wicderlosgebung der genommenen Schiffe 6000 Thlr. ver-loren, sowie daß ihm der Kurfürst für die zur Belagerung von Bonn erforder-liche Beschaffung von Geld und Pulver eine Belohnung versprochen hat.

Mit der Verdrängung Raule's aus der Leitung der afrikanischenKompagnie war diese selbst zurückgcgangen. Im Jahre 1688 wurdengar keine Schiffe nach den Kolonien gesendet, und der 1689 mit Frank-reich ausgebrochene Krieg erzeugte zunächst nur den Wunsch, Kaperschiffegegen den Feind anszurüsten. Der Kurfürst wollte zwei „Seeequipagen"einrichten, die eine von 2, die andere von 3 Schiffen." Die Admiralitätberichtete aber," daß die zweite Equipage, zu welcher 12000 Thlr.bestimmt waren, nicht zu ermöglichen sein würde, weil Lieferanten undArbeiter zusammen noch 11000 Thlr. von der Kompagnie zu fordernHütten und sich ohne vorherige Befriedigung auf nichts einlaffen wollten.In der That konnte auch nur eine einzige kurfürstliche Fregatte „Der

" Raule an den Kurfürsten, ä. ä. Rotterdam, den 3. März 1690. Kurfürstan Raule, ä. ä. Marienwerder, den 7./17. März 1690. R. 34. 227.

" Urk. Th. II., Nr. 131.

" <1. <1. Emden, den 22. August 1690. R. 68. 15.

" Order, <1. ä. Köln an der Spree, den 17. Juli 1691. N. 49. L. 5.

" Kurfürst an die Admiralität in Emden, ä. ci. Köln, den 10./20. Februar1689. Die zur Kaperei ausersehenen Schiffe waren: der Fuchs, der rothe Löwe,Friedrich Wilhelm, Churfürst und Churprinz. — Der Oberst du Moulin sollte dazu120 Marinesoldaten parat halten. Order an diesen vom selben Datum. D. 65. 15.

^ 4 . ä. Emden, den 18./28. Februar 1689. H. 65. 15.