8 1. Unter dem Großen Kurfürsten.
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an Erreichung solches Vorgesetzten Zwecks gelegen, und haben Wir bisherden Wohlstand und das Anfnehmen gedachter Unserer afrikanischen Kom-pagnie so sehr zu Herzen genommen, auch deshalb so viel Mühe undKosten angewandt, daß cs Uns in Wahrheit sehr oonsiblo fallen würde,wenn Uns solches alles von Unfern besten und vertrautesten Alliirtenund Derselben Angehörigen inuUI und fruchtlos gemacht werden sollte."
Die Resolution, welche die Generalstanten bald darauf lam 30. Juni)faßten, entsprach nicht den Erwartungen des Kurfürsten.^" Die An-sprüche wegen Vertreibung der portugiesischen Schiffe wurden darin ab-gelehnt und die Besitzungen Groß-Friedrichsburg, Accadn und Taccararynicht als rechtmäßige anerkannt; hingegen wurde ans besonderer Freund-schaft für den Kurfürsten eine Entschädigung wegen der Plünderung des,,Waffcrhundes" in Aussicht gestellt. Vergeblich bemühte sich der staatischeKommissar am brandenburgischcn Hofe, Ham, sie zu rechtfertigen.^""Friedrich Wilhelm verlangte in erster Reihe die Anerkennung der Recht-mäßigkeit seiner Besitzungen. Trotzdem blieben die Staaten dabei, daßBrandenburg seine Ansprüche auf die Goldküste aufgeben sollte.
Als dem Kurfürsten diese Nachricht überbracht wurde, war er sehrerregt und gab Ham seine Entrüstung „in sehr starken Ausdrücken" zuerkennen. 2 "' Unverzüglich befahl er dem Gesandten von Diest, allenersinnlichen Fleiß zur Beilegung der Differenzen anzuwenden, und dreiTage darauf legte er ihm die Angelegenheit nochmals ans Herz mit denWorten: „Daß man Uns in so klaren, billigen Dingen aufhält und Unsdadurch müde macht, ja daß an Seiten Unserer besten und vertrautestenAlliirten Uns dasjenige, was Uns Gott und die Natur verliehen undwozn Wir auf alle Art und Weise berechtiget sein, zu entziehen oderinutil zn machen suchen will, solches gehet Uns nicht weinig zu Gemüthund können Wir Uns znmalen davon nicht porsuackirsn lassen."^"
Die nicht endigen wollenden Streitigkeiten hatten Raule für denFortbestand der afrikanischen Kompagnie besorgt gemacht und veranlaßt,im Dezember eine Denkschrift einzureichen, in welcher er einleitendüber die Vortheilc von Schiffahrt und Handel berichtet, wie Hollandwiederholt Kriege geführt, nm jene möglichst für sich allein zu geuießen,
R. 65. 13.
2 »° S. Nrk. u. Menst., Bd. 3, S. 777 ff.
Ni Sekretär Benzig an den Geh. Rath von Meinders, ä. ci. Potsdam, den10. Dezember 1687 Abends. R. 65. 13.
Order, ä. ä. den 10./20. Dezember 1687, abgedr. Ilrk. Th. II, Nr. 120.
255 Kurfürst an von Diest, den 13./23. Dezember 1687. L. 65. 13.
25°> Raules Denkschrift, ä. ä. Berlin, den 12./(2.) Dezember 1687. L. 65. 13.