8 1. Unter dem Großen Kurfürsten.
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künftigen Streites wegen gewisser Grenzen in Afrika vereinbaren wolle.Die Verhandlungen wurden daher wieder ausgenommen. Im Herbst 1685schwebten sie nur noch wegen des letzteren Punktes; es scheint also — dieAkten ergeben hierüber nichts —, daß wegen des ,,Wappens von Branden-burg" eine Einigung stattgefunden hat. Der im August 1685 mit denGeneralstaaten abgeschlossene Vertrags bestimmte nun im Art. 5. daßzur Vermeidung fernerer Händel im Haag von Deputierten ein Reglementzwischen den beiderseitigen Kompagnien errichtet werden soll, wodurchdieselben in ihren Besitzungen und Rechten bestätigt werden. Währendso in Europa ein gütlicher Ausgleich gesucht wurde, beging inzwischendie holländisch-westindische Kompagnie die bereits geschilderten Gewalt-thätigkeiten an der afrikanischen Küste.-" Damit die hierdurch entstandenenDifferenzen wirksam beigclegt würden und das Reglement endlich zuStaude käme, hielt der Kurfürst es für angezeigt, Raule nach dem Haagzu schicken.-" Im Mai 1686 ist er daselbst angelangt. Bald daraufnehmen die Konferenzen zwischen ihm und von Diest auf der einenSeite und sechs staatischen, sowie sieben Kompagnie-Deputierten auf deranderen ihren Anfang. Seitens der Generalstanten oder richtigerseitens der holländisch-westindischen Kompagniewurden sie, um diebrandenburgischen Bevollmächtigten zu ermüden und es schließlich wederzu einem Reglement noch zu einer Entschädigung kommen zu lassen, injeder Weise zu verschleppe» gesucht, obschon der Prinz von Oranien undder Rathspensionär Fagel die Ansprüche des Kurfürsten unterstützten.Nachdem in dem erbittert geführten Streite viele Schriften von beidenSeiten gewechselt worden, der Kurfürst die Generalstaaten wiederholt andie Erledigung gemahnt und sogar Abtretung seiner Forderung „in xo-tcmtioronw angedrvht hatte, sah sich Raule Ende März 1687 schließlichgenvthigt, das Feld zu räumen, weil seine Gegner wieder ein Mittelgesunden hatten, eine längere Vertagung der Konferenzen herbeizuführen.
S. Urk. Th. II, Nr. 101.
S. oben S. 202.
"" Kreditiv für Raule beim Prinzen von Oranien, ä. ci. Köln, den 11. April1080. R. OS. 12.
"2 Raule an den Kurfürsten, nicht datiert, wohl Ende Juni 1680. L. 65.12.von Diest an den Kurfürsten, ä. (I. Haag, den 2. Februar (st. n.) 1688 —R. 65. 14 — berichtet, daß die Generalstaaten selber mit der westindischen Kompagnienicht zurecht kommen.
2 " Es erscheint ohne Interesse, auf die Einzelheiten des Streites einzugehen.Einige Auszüge aus den Raule'schen Berichten an den Großen Kurfürsten werden amanschaulichsten seinen Stand und die Machinationen der Gegner veranschaulichen,a) ä. ä. Haag, den 28. September/8. Oktober 1686 — R. 65. 12:
Brandenburg-Preußens KolonialpolUik. I.