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3. Kapitel. Die brandenburgisch-afrikanische Kompagnie.
Die afrikanische Kompagnie hatte — das ist außer Zweifel —,seitdem das unzufriedene ostfriesische Element beseitigt war, unerachtetaller Schwierigkeiten, einen überraschenden Aufschwung genommen. EineBilanz — <l. ä. Emden, den 14. April 1687 —, die einen ziemlich zu-verlässigen Eindruck macht, weist einen Aktivbestand von 192309 Thlr.48 Gr. nach, welchem mir 134966 Thlr. 39 Gr. Passiva gegcnüberstehen;ein Plus von 57 343 Thlr. 9 Gr. ließ demnach das Beste für die Zukunfthoffen?^ Der bisher trotz vieler Widerwärtigkeiten nicht erschütterteGlaube des Großen Kurfürsten, daß die Saat, welche er ausgestrent,noch einmal Früchte tragen müsse, hatte somit neue Nahrung gewonnen.Und die von Anbeginn an felsenfest stehende Überzeugung, daß die Wohl-fahrt seines Landes in wirksamer Weise nur durch eine zielbewußte, un-erschrockene Kolonialpolitik gehoben werden könne, erklärt die Energie, mitwelcher er sich stets seiner Kompagnie annahm und die ihn noch an seinemLebensabende fast dazu geführt hätte, die Waffen wider ihren holländischenFeind zu ergreifen.
Von den abermaligen Verhandlungen, welche dem vergeblichen Re-preffalienversuche des Jahres 1682 folgten, ist bereits gesprochen worden.^«
Als diese im Anfänge des Jahres 1684 noch immer nicht zu derin Aussicht gestellten Entschädigung geführt hatten, wurden trotz der gutenBeziehungen zu den Geueralstaaten aufs Neue Repressalien beschlossen;^zu ihrer Ausübung sollten drei Schiffe nach Guinea gehen. Sie wurdenerst suspendiert, als der Prinz von Oranien und der RathspensionärFagel im März 1684 den kurfürstlichen Gesandten Geh. Rath Fuchsversicherten,^ daß die holländisch-westindische Kompagnie zu einer Ver-gütung von 60000 Gulden bereit sei, und daß man sich zu Verhütung
Raule, zu diesem Behuf nach Kopenhagen senden, b) Raule an den Kurfürsten, 4. 4.Hamburg, den 15./25. September und 7./17. Oktober 1687. Raule hat persönlich mitdem König in Itzehoe am 4./14. Oktober verhandelt und ein Juwel von ihm geschenkterhalten, e) S. auch Urk. u. Aktenst., Bd. 3, S. 793 sf.
22 s S. Urk. Th II, Nr. 172. — Von dem Aktienbestande, welcher auf 82 256 Thlr.angegeben wird, gehörten dem Kurfürsten 41156 Thlr.; die von ihm übernommenen24 000 Thlr. der ostfriesischen Theilhaber sind aber in dieser Summe nicht enthalten,denn sie waren im Marineetat eingestellt.
22 ° S. oben S-155.
^ a) Order an Raule, 4. 4. Köln, den 8./18. Mürz 1684. b) Instruktionfür die nach Guinea fahrenden Kapitäne; nicht datiert. S. Anm. zu Urk. Th. II, Nr. 46.
222 Fuchs an den Kurfürsten, 4. 4. Amsterdam, den 10./20. März 1684. U.XI. Kurköln 3>>- Über die Gesandtschaft Fuchs' vgl. im übrigen von Salpius, a. a. O.,S. 49 ff. Auf die Einstellung der Ziepressalien beziehen sich die Reskripte: a) an Fuchs,4. 4. Köln, den 18./28. März 1684. U. XI. Kurköln 3>>. b) an Raule, 4. 4. Köln,den 19./29. März 1684. U. 65. 10.