Z 2. Plan einer kurbrandenbnrgisch-ostindischen Kompagnie re. gZ
Spanien zufolge der ihm von der neuen Kompagnie erteilten Spezial-kommission naher darlegen werdest
Gerade ans politischen Gründen müsse eine nur geheime Theilnahmedes Kaisers und des katholischen Königs wünschenswert!) erscheinen;als ihr Vertreter würde an den Versammlungen der Kompagnie einReichsfürst theilnehmen, der vorgeben könne, die angeblich von ihmherrührende große Kapitaleinlage zum Thcil auch bei Verwandten zu-sammengebracht zu haben, am besten ein und derselbe Fürst für diebeiden habsbnrgischen Herrscher.
Als eine sehr geeignete Persönlichkeit empfiehlt Roxas den Mark-grafen Hermann von Baden-Baden, dem die beiden Majestäten ja einenoder zwei Assistenten zur Seite stellen können. Falls Hermanns Persongenehm ist, wird Roxas auf seiner Rückkehr ^ Baden berühren und denPrinzen — von dem er hierbei Verlauten läßt, er wisse schon etwas von derSache — im einzelnen informieren, Hermann werde dann nach Holland undnach Hamburg reisen, um alle technischen Verhältnisse genau zu studieren.
Der Kaiser möge schließlich den brandenburgischen Kurfürstendurch eine Antwort erfreuen und Sorge tragen, daß Roxas' Vortragam kaiserlichen Hofe in keine anderen Hände als die des Kaisers selbstund die des Grafen Portia gelange."
Mancherlei ist in diesem Projekte enthalten, was wir nicht alsim Sinne des Kurfürsten liegend ansehen dürfen, so namentlich diediesem, zugedachte zweite Stellung anstatt einer koordinierten und derausgMrochm katholische ,Chwraktere des Unternehmens; dies ist aufRoxas zurückzuführen, der damit wohl besonders auf den Kaiser ein-wirken wollte. Manche Punkte beruhen auf handgreiflichen Jrrthümern;dahin zählt das Vertrauen auf den Einfluß der kaiserlichen Autoritätim Reiche, die Unterschätzung der Handelseifersucht der Holländer wieihrer Macht und die eigenthümliche Gcwinnberechnung; auch sie sinddas geistige Eigenthnm von Roxas. Trotzalledem oder vielleicht geradedeßhalb war der Erfolg ein voller; der Kaiser erklärte sich mit allenVorschlägen einverstanden, Roxas wurde abgesandt, um dem Markgrafenvon Baden den für diesen erbetenen Auftrag, sowie dem Kurfrsten ein
^ Schon damals war also Roxas von Gijsels für die Mission an den Königvon Spanien ausersehen.
Darnach hat Roxas damals sein Standquartier wohl nicht in Wien gehabt. —Vgl. Heyck, a. a. O., S. 164, Anm. 3.
2° S. Markgraf Hermanns Bericht bei Becher, a. a. O., S. 913. Über Mark-graf Hermann schreibt Heyck, a. a. O., S. 165:
„1628 geboren und wie alle jüngeren Söhne Markgraf Wilhelms von Baden-