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1. Kapitel.
und sodann, weil dadurch die von jeher befürwortete Anknüpfung mitSpanien noch besonders versichert erscheinen mochte. Auch den Gedankender Reichsadmiralität hat er wieder vorgebracht; doch scheint dieser demKurfürsten nicht allzu sympathisch gewesen zu sein. War er doch dengroßen Reichen, die ihm bisher ihren Willen anferlegt und eine eigen-thümliche Politik nach eigenem Interesse zumeist verhindert hatten, jetztebenbürtig geworden; sollte er seine siegreich errungene Souveränitätdurch ein auch noch so hohes Amt sich verkümmern lassen? Ganz undgar gleichberechtigt wollte er bei einer neuen Kompagnie mit Österreichsein, ja wenn es anginge, dieses nur zu seiner Kompagnie hinzuziehen."In den Konferenzen mit Gijsels sind jedenfalls nur die Grundzüge er-örtert worden; weiteres sollte und konnte erst besprochen werden, wennman wußte, wie Österreich sich zu dem Plane verhalten würde. Daserste war also, sich mit diesem zu verständigen. Damit wurde Gijselsbeauftragt. Doch ging er nicht als offizieller Bevollmächtigter nachWien, sondern gewissermaßen als Privatmann, nur mit dem eben erwähntenEmpfehlungsschreiben des Kurfürsten an den Kaiser ausgestattet, wonacher „unterschiedene Sachen, so zu E. K. M. ersprüßlichen Diensten ge-reichen könten," Vorbringen wollte. Wann Gijsels seine Reise angctretenhat, erhellt nicht aus den Akten. Desgleichen sind die Nachrichten überseinen Aufenthalt und seine Verrichtungen in Wien überaus dürftig.Nur zwei Aktenstücke geben darüber Auskunft, ein Schreiben von Gijselsan den Kurfürsten vom November" und ein solches des Kaisers an denKurfürsten vom Dezember 1660." Darnach dürfen wir etwa folgendesannehmen: Gijsels ist vom Kaiser in Audienz empfangen und mit seinemAnsinnen gehört worden. Zugleich hat er den Obersthosmeister Grafenvon Portia" für die Sache zu gewinnen gewußt mit Hilfe des bei dem-
2 ° Der Entwurf zu der weiter unten (Seite 65 ff.) erwähnten Roxas'schen In-struktion lautet bezeichnend: „Ooucsptus circa crsäentiaisZ ack ro§sm Lispanias ra-tions compsAviac Lranclsubur^icao." Bgl. Heyck, a. a. O., S- 157, u. 1., „vo-rninu8 itagus üisctor cnin sna compaFnia."
2^ Abgedrnckt Th. II, Nr. 18.
^ Abgedruckt Th. II, Nr. 19. In den Berichten des brandenbnrgischen Re-sidenten am Wiener Hofe wird Gijsels nicht erwähnt, ein Beweis, wie geheim er feineMission betrieben hat.
2 ° Dies geht aus dem Anm. 25 erwähnten Schreiben deutlich hervor. Dasselbebehebt zugleich die von Heyck, a. a. O., S. 152 ausgestellten Bedenken, ob Gijselssein Beglaubigungsschreiben gebraucht und der kaiserliche Hof überhaupt etwas vonseiner Anwesenheit erfahren hat.
2' Gijsels nennt ihn in seinem Schreiben (Th. II, Nr. 18) ersten Minister undGroßhofmeister. Darnach kann es nur der gefürstete Gras Johann Ferdinand vonPortia gewesen sein, welcher damals die Stelle eines obersten Hofmeisters, Ober-