Z 2. Plan einer knrbrandenburgisch-ostindischen Kompagnie :c.
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Immer den Blick auf die Politik gerichtet, denn Kolonialhandel undKrieg waren damals eng mit einander verschwistert, hatte er dieses Malwohl ein Zusammengehen mit Österreich vorgeschlagen, einmal weil derKurfürst, wie seit Jahren nicht, eng mit dem Kaiser verbunden war,
beschafft werden könnten und wie es zu administrieren wäre; b) Einrichtung einersonderbaren Art des krovessus und änäioii „ganz außer der Weitläufigkeit des Oräinar-proosssus in Schuldsachen" wider die säumigen Debitors»; o) nach Begründungeiner starken Oassa Ausleihung der Kapitalien gegen genügsame Sicherheit zuvörderstan solche Leute, die selbe auf den Handel anzuwenden wissen, damit: 1. neue Hand-lung einzuführen; 2. Kompagnien zu stiften: 3. Schiffe zu bauen u. s. w. („auchkönnte das Xsrarium selbst park in Schiffen und Kompagnien mit haben"); ä) Er-leichterung des Handelsverkehrs für die Ausländer; s) Heranziehung des Gewürz-, Salz-und Seidehandels; k) Verschiffung des Bernsteins in das Ausland; endlich b) Einfüh-rung mäßiger Zölle und Impostsn.
Auf dem Umschläge, in welchem sich dieses (Konsilium oseonomionm befindet, wirdauf ein ferneres „Oonsilium navals st oseonoinioum, itsm äs insnla Xmslanä" inU, XI. 261 verwiesen. Daselbst war es nicht aufzufinden. Wohl aber begegnete mireine Denkschrift mit dieser Überschrift aus dem Jahre 1660 in R. XI. 130 (4°). Sieist wohl kaum beachtet worden, und gebe ich nur der Vollständigkeit halber ihren In-halt wieder. Ihr Verfasser, ein Lübecker, knüpft an die uns bekannte Schlezer'sche Sen-dung des Jahres 1650 au. Dieselbe sei mißlungen, weil den Kaufleuten damals wederein geeigneter Ort für das Kontor, noch für den Stapel angewiesen worden. DieserMangel werde beseitigt, wenn der Kurfürst nach dem Rathe des Verfassers die InselAmeland von dem gegenwärtigen Besitzer erwerben und sich alsdann vom Kaiser damitbelehnen lassen wollte; sie sei zum Sitz einer Kompagnie vorzüglich geeignet. Solltedieser Anschlag zu weitläufig erscheinen, so könnte der Kurfürst anfangs nach dem Bei-spiel der Schweden eine Salz- und Wein-Kompagnie in Königsberg errichten und sichunter der Hand zur See konsiderabler machen. Von neuen Vorschlägen zur Tilgungder Schulden und Hebung des Kredits sieht Verfasser ab; er erwartet von „gehörigerLIsmmAs bei den gewöhnten Anlagen" ausreichenden Erfolg und entwickelt hierüberseine Gedanken. Den Kern des Ganzen bildet der Schluß: er enthält die Bitte umVerleihung der Amtsdirektion in Wittstock.
Wie sehr übrigens der Kurfürst in jener Zeit auf alles eingiug, was ihm aukolonialpolitischen Plänen von irgend einer Seite entgegengebracht wurde, zeigt einReskript an den Residenten Conrad Moll zu Hamburg (k. 9. 6. 6. a. 1). Ein Ham-burger, Namens Heinrich Egge, hatte dem Kurfürsten an: 19. Juni 1660 mitgetheilt,er habe ein großes Werk erfunden, wie Handel und Schiffahrt ohne große Spesen undKosten angefangen und verrichtet werden und sowohl den: Armen als Reichen nutzbarsein könnte. Der Kurfürst reskribiert darauf am 9. Juli, Moll möchte näheres vonEgge zu erfahren suchen, „worin das Werk eigentlich bestehet, wie es mit gutem Be-stände anzufangen und was für ein Verlag dazu von Nöthen sein will." Egge mußsich jedoch inzwischen eines anderen besonnen haben. MS Moll ihn zu sich kommenließ, erklärte er ihm, daß er sich erst bedenken und hernach seine Meinung entdeckenwolle. Dies hat er aber nicht gethan. Am Rande des Moll'schen Berichts befindetsich die Notiz: „In den folgenden Relation«» ist von dieser Materie nichts weiter ge-meldet worden."