Z 2. Plan einer knrbrandenburgisch-ostindischen Kompagnie w.
59
selben in hoher Gunst stehenden Franziskaners Christophorus de Roxas?^des durch seine kirchlichen Unionsbestrebungen nachmals berühmt ge-wordenen Bischofs von Wiener-Neustadt.^ Ob er letzteren hier erstkennen gelernt oder ob er ihn bereits gekannt hat, das wissen wir nicht?»Daß sich aber gerade Noxas für die Gijsels'schen Pläne interessierte, istsehr erklärlich; denn er mag sich von einer nahen Verbindung Branden-burg-Österreichs für seine Unionsträume manches versprochen, jedenfallsaber von der Ausführung des Projektes Ausbreitung des Katholizismusin den neuen Kolonien erwartet haben. Durch ihn^ wurde Gijsels
kämmerers und Direktors des Kais. Geh. Raths bekleidete. Der Graf Johann Karlvon Portia war blos Kämmerer und Reichshofrath.
2b Er selbst zeichnet sich in den lateinisch geschriebenen Briefen: Okristoxborusäs Roxas, in den deutschen: Christofs von Rosas; dritte nennen ihn auch äs Loobas.
2" Die Identität dieses Chr. de Noxas mit dem nachmaligen Bischof von Wiener-Neustadt wird m. E. noch klarer, als durch den künstlichen Beweis Heyck's, a. a. O-,S. 12, dadurch dargethan, daß sein Zeitgenosse Becher, a. a- O., S. 911, ihn im I. 1673Bischof zu Tinin nennt Nach Oains: Lsriss spisoopornm eeolssias oatbolisas. Ratisbonas,1873, wurde aber der Franziskaner Christoph de Rosas Spinola am 16. Januar 1668Bischof von Tinin (Knin) in Dalmatien und am 19. Januar 1686 von Wiener-Neu-stadt. Er starb am 12. März 1695.
Seine nahen Beziehungen zum Fürsten von Portia ergeben sich u. a. daraus,daß er sich im Jahre 1663 seine Briefe „in des Prinzen von Portia Packet" kommenließ. R. XI. 130 (18).
Im übrigen s. über Roxas und seine Wirksamkeit für die Kolonialpolitik Öster-reichs auch in den sechziger Jahren: Xusrbavb, Ra äixäomatis Iranyaiss st la conräs Laxe, Raris, 1888. S. 138 ff., 225 ff.
2" Roxas war in den Niederlanden von spanischen Eltern geboren und unter-hielt dorthin Korrespondenzen; es ist also leicht denkbar, daß Gijsels dadurch mit ihmin Berührung gekommen ist. Damals war übrigens Roxas Provinzial des Franzis-kanerordens in Sachsen und Brandenburg, und es ist nicht unmöglich, daß man in dieserEigenschaft in Knrbrandenburg Beziehungen zu ihm hatte, welche nunmehr durch eineEmpfehlung Gijsels' an ihn verwerthet wurden. — Wegen seiner Laufbahn verweistAuerbach, a. a. O., S- 139, Anm. 4 ans ein mir nicht zugänglich gewesenes Werk:Oeuvres äs Rsibnitr, sä. Ronebsr üs Oarsil, Raris, 1865, I iutroä. p. XXVII.
M. E. ist es ganz unbedenklich, in dem nicht genannten Schreiber desGijsels'schen Briefes (Th. II, Nr. 18) Roxas zu erblicken. Dafür spricht, daß zu jenerZeit am kaiserlichen Hofe anscheinend nur Roxas und Portia in den Plan eingeweihtsind, sowie daß Gijsels den Ungenannten bei Portia verwendet, was wohl kaum geschehenwäre, wenn er sich davon nicht eine Beeinflussung Portias zu Gunsten der Sache ver-sprochen hätte. — Diese Annahme wird im übrigen durch Schriftvergleichnng bestätigt.Außer dem erwähnten Schreiben lag mir noch ein zweites deutsches Schreiben vonRoxas an einen brandcnburgischen Gesandten, ä. ä. Wien, 26. Oktober 1663, vor. Dasletztere weist nicht allein große Ähnlichkeit der Buchstaben und ganzer Worte (wie:vnderthänigst, nit, Herman von Baden) ans, sondern auch denselben Duktus. Nochüberzeugender aber als die Schriftvergleichung, die vorliegend dadurch erschwert wird,