Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

Z 2. Plan einer kurbrandenburgisch-ostindischen Kompagnie w.

55

daß Sie von selbsten gn. consideriren werden, was für ein großer Schadenund Gefahr dem Rom. Reich hierdnrch entstehe, daß die Schweden Stettinund den Odcrstrom besitzen; ob dannenhero I. K. M. gcrnheten, beibeiden Kronen Spanien und Frankreich darob zu sein, auf daß vermittelsDerselben Jnterposition der König in Schweden angehalten würde, Stettinsammt ermeltem Oderstrome frei und in S. CH. D. Händen zu lassen,damit selbige folgends nicht so leicht, wenn sie wollten, von dannen ansin Dero Landen einbrechen könnten." Da indes; der Kaiserliche Gesandteeine beträchtliche Verzögerung des Friedens befürchtete, wenn der Kur-fürst hierauf als unumgänglich nothwendiger Bedingung bestünde, so ließletzterer Tags darauf erklären, er wolle in Anbetracht der Umstündemitdieser seiner Prätension zur Zeit noch in Geduld stehen und sich selbigebis auf ereignende bessere Conjnnetur reserviren, auch bi« omissis sichallerdings zu dem Frieden bequemen; I. CH. D. bäten allein, I. K. M.gcrnheten zeitlich zu eooxsrirsn, damit Sie durch Mediation beider KronenSpanien und Frankreich Dero Jntent dermalcins erreichen könnten.""

Der Friede von Oliva (3. Mai 1660) brachte dem Großen Kur-fürsten somit nur die Bestätigung der bereits in früheren Vertrügen er-langten Vortheile, was hier allein interessiert, der Souveränität Preußens.

Diese letztere ist zugleich der Ausgangspunkt für den zweiten nun-mehr zu erörternden Kolonialplan. Durch schwere Kämpfe war sie er-stritten, durch eben diese Kämpfe waren aber auch die Kräfte des Landesaufs höchste erschöpft. Jetzt galt es wieder die Segnungen des Friedensüber sie auszubreiten. Darf es uns wundern, daß der Kurfürst, dernunmehr souverän über seine preußischen Küstenlande herrschte, das einstwider seinen Willen ins Stocken gerathenevon üblen bis zu besserenCvnjunetureu nur verschobene Werk" wieder aufnahm?" Dazu kamwohl noch, daß Anfang März aus dem Haag gemeldet wurde, die General-staateu suchten für ihre Kricgsunkosten einen oder den anderen festenOrt an der Ostsee zu erlangen, wie namentlich davon die Rede sei, daßDänemark ihnen Drontheim oder Glückstadt verpfänden wolle. Des-gleichen tauchte in dieser Zeit bei den Polen und Schweden der Planans, durch einen Durchstich der Nehrung gegenüber Elbing diese Stadt

" Urk. u. Aktenstücke, Bd. 8, S. 428 ff.

So: Markgraf Hermanns Bericht, Becher, a. a. O., S. 918. Das ist derwahre Konnex; für den von Heyck, a. a. O., S. 149 vermntheten Konnex mit denhabsburgisch-spauischen Plänen des Jahres 1626 spricht nicht das Geringste. Die beidenÄhnlichkeiten: Herbeiziehung der Hansastädte und mündliche Führung der Verhand-lungen, finden sich auch schon 1647 ff. und .beweisen nichts, weil sie zu sehr in derNatur der Sache begründet sind.