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1 (1889)
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1. Kapitel.

zuwenden haben, denn es gereichte zu ihrem Bortheile; nur dadurch seidas Reich wiederum an das verfallene Seerecht zu bringen." Vorallem aber sei dazu nothwendig,daß von wegen des Römischen Reichsaus den Churfürsten ein Admiral-General (und zwar der Kurfürst vonBrandenburg) geautorisiret werde, um alles wiederum in gute Ordre zubringen." Dieser sollte eine Art Reichsmarine organisieren, namentlichjedem auslaufenden deutschen Schiffe ein Patent ertheilen, damit derhansestädtischen Seeräuberei ein Ziel gesetzt würde; ihm sollte ferner dieoberste Priscngerichtsbarkeit zustehen. Durch den Abschluß eines Handels-vertrages mit Spanien sollte der Weg nach Indien eröffnet und, wennmöglich, dort eigenes Land erworben werden. Die Luft und die Sec seienjedem Souverän, Prinzen oder Fürsten gemein, wievielmehr dem RömischenReiche, das sich einstensdie Autorität der Ost-, Norder- und Süder-,ja die orientalischen und occidentalischen Seen angemaßt habe." Solltenjetzt die großen Schütze der oft- und westindischen Länder nur anderegenießen? Die Konjekturen des gegenwärtigen Krieges begünstigten dieWiedereinführung des Kaiserlichen Rechtes.

Der Kurffirst ist damals auf das Projekt nicht eingegangen. Ganzabgesehen davon, daß ihm zur Zeit eine Besetzung von Glückstadt nichtangezeigt erschien," war die ganze Lage der Dinge keine so geklärte linderfreuliche, um maritimen Plänen nachzugehen.. Noch war ein Ende desKrieges nicht absehbar. Näher lag es für den Kurfüstren, sein Augenmerkwieder ans Pommern zu richten.Bin auch noch der Meinung," so schreibter am 21. Februar 1660 an Kaiser Leopold,daß die Schweden beijetzigem Zustand gar leicht dahin gebracht werden könnten, daß sie aufswenigste Stettin und den Oderstrom mit allem demjenigen, so sie überdas Instr. ?ae. bei den Stettinischen Tractaten, da ich von allen ganzverlassen worden, mir abgcgrenzet, abtreten müßten." " Bei den Friedens-verhandlungen in Oliva regte er die Frage wegen Stettins und derOdermündungen von Neuem an. Er wollte keine Kriegsentschädigungbeanspruchen,jedoch in I. K. M. solche gehorsamste Confidenz setzen,

Der brandenburgische Resident im Haag, Weimann, hatte die Besetzung vonGliickstadt in Anregung gebracht, der Kurfürst sie aber abgelchnt. S. hierüber tlrk.u. Aktenst., Bd. 7, S. 136 ff.

" Urk. n. Aktenstücke, Bd. 8, S. 425. Kurz zuvor hatte der Große Kurfürstin seiner berühmten Ansprache an die deutsche Nation geklagt:Was sind Rhein,

Elbe, Weser, Oderstrom nunmehr Anderes als fremder Nation Gefangene?.

Gedenke ein Jedweder, wer nur kein schwedisches Brot essen will, was er . . . für dieEhre des teutschen Namens zu thun habe, um sich gegen sein eigen Blut und sein vor

allen Nationen dieser Welt berühmtes Vaterland nicht zu vergreifen.Gedenke,

daß du ein Deutscher bist!" Iboatr. Lnrox. 1. VIII. p. 758 8g.