Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
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H 2. Plan einer knrbrandenburgisch-ostindischen Kompagnie rc.

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proceste zu hindern, das Elbdeichwesen in Ordnung zu bringen, die überhandnehmenden Wölfe zu bekämpfen, das Städtchen, sowie das Kirchen-, Pfarr-nnd Schulwesen der Umgegend zu heben und erstattete auch Berichte anden Kurfürsten und seine Näthe über Handels- und Schifffahrtsfragen."In dem stillen Lenzen schrieb er seine indische Kolonialgeschichte, ^ pflegteeine eifrige Korrespondenz namentlich mit seinen in den Niederlanden zurück-gelassenen Verwandten und Freunden, die ihn rücksichtlich aller wichtigenTagesereignisse auf dem Laufenden erhielt, dort endlich sann er darübernach, wie er die ihm für den Rest seines Lebens fast zur Aufgabe gewordeneIdee der Errichtung einer antiholländischen Kompagnie verwirklich» möchte.Es ist leicht möglich, daß Eissels die Denkschrift dem Kurfürsten persönlichüberreicht hat. Dieser befand sich am 17. September zu Wittenburg inMecklenburg " auf dem Marsche nach Dänemark, nachdem er zuvor seineTruppen an der Doste versammelt hatte. Sein Weg hat ihn also am 10. Sep-tember, wenn nicht durch Lenzen, so doch nicht weit davon vorübergeführt.

Gehen wir nun auf die Denkschrift selbst ein. Gijsels berichtet darinzunächst, er habe aus Holland Nachrichten erhalten, daß die General-staaten sowohl »ach Glückstadt als nach Bremen trachteten. Dadurchwürden sie Meister der Elbe und der Weser werden zum großen Nach-theile der Kommerziell des Kurfürsten,weil die Art Kaufleute, wovonder Staat regiret wird, mehr dann begehrlich ist." Er räth daher, ihneniil der Besetzung Glückstadts znvorzukvmmen; dieses wäre für Branden-burg ein sehr geeigneter Stapelplatz," indem unter Umgehung Hamburgsdie Maaren durch Lüneburger Gebiet weiter auf die Elbe gebracht werdenkonnten. Weder der Kaiser noch das Reich möchten dagegen etwas ein-

11 Schmoller, Märkische Forschungen, 1887, S. 136.

*2 Er berichtet cm den Kurfürsten ck. 1. Lenzen den 30. Juli 1658,daß die Beschreibung und Translation der Indischen Königreiche noch von meinemSchreiber zimblich fortgesetzt wird, also daß die Chinesische Historien bald werden aufein Ende gebracht werden, welche ich dan vorerst zu übersenden Vorhabens, umb zuvernehmen, obs Ihrer Chf. Dl. also gefällig." Mit diesem Schreiben übersandte erübrigens dem Kurfürsten ein Zeichen für dessen bereits erwähntes Interesse an derausländischen Litteratur (Z 1 Anm. 4)zur Vermehrung und Zierrath Ihrer Chf.Dl. Bibliothek 6 Lieder ans Blätter geschrieben, wie es in der Insni lava ülasor ge-bräuchlich ist." R. XI. 130 (14).

12 So: Nrk. u. Aktenstücke, Bd. 8, S. 590. Schmoller, a. a. O-, S- 141 schreibtWittstock."

" Wenn Gijsels iin Jahre 1651 Glückstadt als keinen geeigneten Stapelplatzfür den Kurfürsten bezeichnet hat (s. darüber Anm. 79 zu Z 1), so hatte dies seinenGrund darin, daß er damals ein Übergewicht Dänemarks in der brandenburgischenKompagnie befürchtete, wenn Glückstadt Stapelplatz würde. Gegenwärtig kam eineaktive Theilnahme Dänemarks gar nicht in Frage.