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1 (1889)
Entstehung
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1. Kapitel.

gerade Gijsels dazu, dem Kurfürsten wieder handelspolitische Vorschlägezu machen? War nicht der von ihm betriebene erste Kolonialplanfast noch im Keime erstickt? Gewiß. Aber der Kurfürst hatte, wieer stets aus einem mißglückten Unternehmen einen möglichst großenVortheil zn ziehen wußte, auch hier aus dem Schiffbruch gerettet, wasallein des Reitens Werth war: Gijsels. Wir sagen mit Absichtgerettet/'denn es waren Gijsels nach einander von verschiedenen Höfen, nament-lich auch von Frankreich und Schweden, glänzende Anerbietungen gemachtworden,seine Projecten in Dero Königreichen und Landen werkstelligzn machen. Dem aber ungeachtet hat der Chnrfürst zu Brandenburgdurch allerhand höfliche Mittel und Tractamenten denselben ckato vondergleichen Engagementen ab und in seiner Devotion erhalten." ^ Grhatte ihm nämlich das an der Elbe gelegene Amt Lenzen unter sehrgünstigen Bedingungen im Jahre 1651 in Erbpacht gegeben." Dortlebte und wirkte Gijsels. Er ordnete die Gerichtsbarkeit, suchte Hexen-

Gijsels ans Amboina heimkehrte. Ist nun auchfür einiger Zeit" ein sehr relativerBegriff, so ist es gewiß selten, daß man ihn auf ein zwanzig Jahre zurückliegendes Er-eigniß anwendet. Möglich wäre allerdings noch eins, daß nämlich Gijsels Nachrichten einesdritten benutzt hat und sie in der Bearbeitung als selbsterlebte wiedergiebt. Warumsollte aber nicht einer von den kurfürstlichen Rüthen der Verfasser seinkönnen" ? Vondem bei dem ersten Kolonialplane vielfach verwendeten Schlezer wäre es z. B. sehr gutdenkbar. Er hatte durch seine Heirath Beziehungen in Holland, stand damals alsGesandter des Kurfürsten zu London in direktem Verkehr mit dem brandenburgischenResidenten Weimann im Haag, war sonach mit den politischen Vorgängen ebenso, wieseit Jahren mit des Kurfürsten maritimen Plänen sehr vertraut und hatte gerade injener Zeit, worauf hier nicht näher eingegangen werden kann, besondere Ursache, sichdem Kurfürsten diensteifrig zn bezeigen. Daß dieser bei seinem bewegten Leben etwavor einigen Jahren einmal nach Barbarien gereist ist so nannte man damals denNordwestcn von Afrika gehört nicht zu den Unmöglichkeiten, wenn auch darüber bishernichts bekannt ist. (Über Schlezer und seine weiteren Schicksale s. Urk. u. Aktenstücke,Bd. 7, S. 714 ff.) So lange aber das Gegentheil nicht erwiesen ist, werden wirGijsels als den Autor ansehen dürfen. Über das Neichsadmiralsprojekt s. unten S- 68.b Markgraf Hermanns Bericht, bei Becher, a. a. O., S. 918.

Der Vertrag ist am 16. April 1651 geschlossen worden. Kurfürst an dieH. Geh. Räthe zu Berlin, ck. ck. Cleve, 10. Ang. 1651. R. XI. 130. (14). EndeMai 1681 hat Gijsels sein Domizil in Lenzen genommen:Auf daß ich meine Auf-tragt zu Lenzen bekommen müge, ist der Amtsrath Joh. Schultzen schon dahin ver-reiset, so daß ich ihm innerhalb ein Tag oder zwee vermeine zu folgen. ... Es isthochnöthig, daß ich dahin gehe, dieweil das Land darumbher noch al im Wasser steht."Gijsels an den Kurfürsten, Cöln, 14./24. Mai 1651. U. XI. 130. (10). Er mußsich in Lenzen sehr wohl gefühlt haben, denn er besaß noch Güter in der ProvinzUtrecht und blieb gleichwohl dort bis an sein Lebensende (f 1676). U. 21. 84^.S. aber, was Heyck, a. a. O-, S. 181 über seinen Plan, in österreichische Dienste zntreten mittheilt.