Z 2. Plan einer kurbrandenburgisch-vstindischen Kompagnie w.
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freuen sollte. Karl Gustav hatte Dänemark mit stürmender Hand er-obert und ihm zu Röskilde schmähliche Bedingungen diktiert, welche dieschwedische Alleinherrschaft ans der Ostsee zu sichern bezweckten. Nicht zu-frieden mit diesem Erfolge, überzog er es trotz des geschlossenen Friedensim Sommer 1658 abermals mit Krieg, um es sich völlig zu unterjochen.Dänemarks Untergang durfte der Kurfürst nicht zugeben, wollte er seineStellung an der Ostsee nicht aus immer gefährden. Entschlossen beganner im September den dänischen Feldzug. Die politische Konstellationwar dabei folgende: Der Kurfürst befand sich mit Holland, Polen, Öster-reich und Dänemark im Bunde. ° Aus dieser heraus erklärt sich eine ohneAngabe des Ortes vom 10. September 1658 datierte anonyme Denk-schrift, welche „(lonsilinm nmritiinnm von Glückstadt und der See-fahrt" überschrieben ist? Als ihren Bersasser dürfen wir mit ziemlicherGewißheit Gijsels ansehen. Nicht allein weil ihre Sprache auf einenHolländer hinwcist und weil ihr Inhalt, der von tüchtiger Kenntnis;der politischen und kolonialen Verhältnisse zeugt, im Großen undGanzen mit späteren Ansichten Gijsels' übereinstimmt, überzeugend fürseine Autorschaft spricht der Umstand, daß ihr Hauptgedanke: denGroßen Kurfürsten zum deutschen Neichsadmiral zu erheben, in einemanderen unzweifelhaft Gijselsschen Projekte wiederkehrt? Wie kam aber
° Das Bündniß mit Österreich war am 9. Februar 1658, das mit Däneinarkam 21. Januar 1659 geschlossen worden. S. die Verträge bei von Mörner, a. a. O.,Nr. 123 und 126. — Vergl. auch llrk. u. Aktenst., Bd. 8, S. 577.
' Sie ist zuerst von Schmoller, Märkische Forschungen, 1887, S. 131 ff. in sehrkorrektem Abdruck veröffentlicht worden. (U. 19. 26 v)
2 Auf die ersten beiden Gründe weist schon Schmoller hin. Ich habe mich vor-züglich aus dem im Texte aufgestellten dritten Grunde seiner Ansicht angeschlossen. Meineinziges Bedenken gegen die Urheberschaft Gijsels', mit dem ich nicht zurückhalten mag,beruht gerade auf dem Umstande, welchen Schmoller zumeist für sich verwerthet undder ihn zu der bestimmten Annahme veranlaßt, daß die Denkschrift von einem derkurfürstlichen Räthe nicht herrühren könne. Der Verfasser sagt nämlich: „Für einigerZeit sein mir auf die Küst von Barbarien zwei Reiches-Piratcn begegnet, nemblich einvor Saffie und ein auf die See vor Magador, der letzte war von Bremen und batunfern Schiffer, daß er vor ihme, wann er in Holland kommen würde, Pardon pro-curiren mögte." In diesem Satze fallen mir zwei Dinge ans, einmal daß dieBegegnung „für einiger Zeit" stattgefunden hat und sodann, daß die Piraten den„Schiffer" angesprochen haben. Sollte Gijsels als der Verfasser gelten, so müßte jeneBegegnung schon ziemlich lange her sein. Denn so viel bekannt, ist er zuletzt imJahre 1641 in die erwähnte Gegend gekommen; damals war er aber Admiral und esbefremdet, daß sich die Piraten nicht an ihn, sondern an „unfern Schiffer" gewendethaben. Einen solchen Ausdruck kann doch nur einer gebrauchen, der sich als Unter-gebener des Schiffers Kapitäns) oder als Passagier auf dem Schiffe befindet. Müssenwir daher noch weiter zurnckgehen, so kommen wir auf das Jahr 1638, in welchem