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1 (1889)
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1. Kapitel.

anfzngeben, sondern sie bei den Reichsräthen und dem Prinzen Friedrich,der sich in Flensburg aufhielt, lebendig zu erhalten; es wäre alsdannzu hoffen, daß der Kurfürst wenigstens die Rechte der Niederländererlangte.

Schlezer befolgte den Rath. Nach einem kurzen Ansfluge nachElsenör, den er Behufs einer Information wegen der Zölle unter-nahm, reiste er am 6. September von Kopenhagen nach Flensburg,machte dort dem Prinzen seine Aufwartung und erhielt von diesemdie Zusage, daß er das Ansinnen des Kurfürsten beim Könige unter-stützen wollte. Desgleichen hatte er sich mit dem Kanzler ChristianThomas in Verbindung gesetzt und ihn um Nachrichten nach Hamburg,wo er die weiteren Befehle seines Herrn abwarten wollte, gebeten.Nachdem Thomas ihm dorthin im Oktober mitgctheilt, der König willigeans seine, des Kanzlers Vorstellung nunmehr darein, daß die kurfürst-lichen Schiffe nach Maßgabe der jüngst zu Christianopel verfaßten Zoll-rolle mit keinem höheren Zoll, als die Niederländer belegt und diesenin allem gleich geachtet und taxiert werden sollten, billigte der KurfürstSchlezers Rückkehr nach Kopenhagen.

Der König, welcher inzwischen durch den Prinzen Friedrich beein-flußt worden, erwies sich diesmal günstiger. Er beauftragte die Kanzler-Thomas und Neventlow mit Schlezer zu konferieren; letzterer hoffte schon dieZollvergünstigung der Niederländer auf 40 Jahre und Nisitationsfreiheitzunächst auf 4 Jahre mit Aussicht auf Prolongation zu erhalten. Diekönigliche Resolution vom. 14 . November ( 1647 ) lautete iudeß dahin:„Alle unter kurfürstlicher Flagge künftig den Öresund passierenden Schiffe,welche mit gehörigen Certifikaten über die Ladung versehen sind, ent-richten denselben Zoll wie die Niederländer nach Maßgabe und auf dieTauer der zu Christianopel am 13 . August 1647 aufgerichteten Zoll-rolle. Die völlige Gleichstellung mit den Niederländern, namentlich dieFreiheit von der Schiffsvisitativn wird ihnen aber nur auf 2 Jahregewährt; diese beginnen mit dem Tage zu laufen, an welchen: zum erstenMale kurfürstliche Schiffe den Öresund passieren; über eine etwaige Pro-longation soll seinerzeit verhandelt werden."^

Auf Schlezers Frage, warum dem Kurfürsten nur 2 Freijahre be-willigt würden, erhielt er vom Kanzler Thomas zur Antwort: „Siemüßten erst sehen, ob des Kurfürsten Fürhaben auch der Krön zu einigemSchaden oder Nachtheil gereichen könnte."

Die Originale der sämmtlichen dänischen Resolutionen: a) Friedrichsburg18. Aug. 1647. b) Friedrichsburg 19. Aug. 1647. o) Kopenhagen 23. Oktob. 1647.ci) Kopenhagen 14. Nov. 1647 befinden sich in D,. XI. 130. (5>>).