Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
13
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H 1. Plan einer kurbrandenbnrgisch-ostindischen Kompagnie. 16471652. 1Z

Aeriwult Gijsels war um das Jahr 1593 von kalvinischen Elternin Gelderland geboren." Schon als Sechszehnjähriger trat er seinemHange zur See und seiner Sehnsucht nach den fernen Welttheilen folgendin den Dienst der ostindischen Kompagnie" und bekleidete in Indien vonStufe zu Stufe steigend seit dem Jahre 1618 in den Zeiten des be-rühmten Generalgouvernenrs Koen die angesehene Stellung eines Flotten-befehlshabers und Oberkaufmanns über die Kontore von Amboina.1621 kehrte er nach Europa zurück und wurde aus Vorschlag derAktionäre von den Generalstaaten zum Kontroleur über die Rechnungs-ablage der Gcsellschaftsdirektoren (bmvinälisdbor) berufen. Das Jahr1629 sah ihn wieder an der Stätte seiner früheren Wirksamkeit alsGouverneur von Amboina und damit zugleich als Rath von Indien.Er verwaltete diesen überaus wichtigen Posten mit großer Umsicht,freilich auch nach der Art der damaligen Kolonisatoren mit unmensch-licher Härte, und trug durch seine Energie nicht wenig zu dem Macht-anfschwnnge der Niederländer im Molnkkengebiete bei. Nachdem er in

Das ist sein wahrer Name; van Lier ist ein Zusatz späterer Zeit, der wohlvon seinem Grundbesitz herrnhrte; es war nämlich damals in den Niederlanden üblich,daß Kaufherrengeschlechter nltadliche Herrschaften erwarben und sich darnach nannten.Bis 1621 nennt er sich jedenfalls nur Gijsels von 1647 an durchweg Gijsels van Lier.In den an ihn gerichteten Schreiben aus den kurfürstlichen Kanzleien, die es zu jenerZeit mit der Namensschreibung überhaupt nicht genau nahmen, wird daraus vielfach dasfür Deutsche bequemerevon Lier" oder garvon LierS" und so erklärt sich, daß GrafHertzberg (in der Borcke'schen Übersetzung S. 6) und alle, die ans ihn zurückgehen,Gijsels schlechtweg Liers nennen. Als seinen Bornamen findet man auch Aernout,Aert und Artus; er selbst schreibt nicht selten Aerts als Verkürzung von Aertus oderArtus.

Die Angaben des Geburtsjahres, wie des Geburtslandes beruhen ans demeit. Bericht des Markgrafen Hermann, der m. E. zuverlässigsten Quelle, weil der Mark-graf im Jahre 1661 mehrere Wochen die Gastfreundschaft von Gijsels genossen undseinen Bericht wohl nach der Erzählung seines Wirths niedergeschrieben hat. In dem-selben heißt es wörtlich:er steht seines Alters ohngefähr im 68. Jahr." Anderelassen ihn im Jahre 1580 geboren sein; dann wäre er 1661 bereits 81 Jahre alt gewesen;ein solcher Unterschied im Lebensalter hätte dein Markgrafen kaum entgehen können.Ebensowenig halte ich die Angabe des GeburtsortesLöwenstein in Geldern" für richtig.Denn Bnsching neue Erdbeschreibung, Hamburg 1782, 5. Ausl-, Th. 4, S. 95 schreibt:Lövestein eine kleine Schanze auf der westlichen Spitze vom Bommelcrland und dichtans der Gränze des Gelderlandes, jedoch ans holländischem Boden," wogegen der Berichtfortfährt:ans Gelderland gebürtig." S. die Wate bei Schmoller in den MärkischenForschungen, heransg. v. Verein f. Gesch. der Mark Brandenburg, Berlin 1887, Bd. 20S. 133, Anm. 1.

" Über die niederländisch-ostindische Kompagnie s. die kurze Mittheilung bei vonStengel, a. a. O., S. 90 ff. Savarv, I. o., t. 1 x. 1379 og.