Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12

1. Kapitel.

zichten zu dürfen glaubte." Gar bald mußte er sich indes; zum Nach-geben verstehen, denn die Schweden machten mit dem Kaiser gemein-schaftliche Sache gegen ihn. Als diese jedoch im November 1646 ganzVorpommern, das Stift Cammin, Wvllin sammt der Insel und Stettinverlangten, und ihre Aussichten hierauf immer günstiger wurden, da er-klärte er,von der Oder in Ewigkeit nicht abstehen zu wollen, noch esohne den gänzlichen Ruin seines Hauses zu können";" so wichtig er-schien ihm noch der Besitz der Flußmündung. Diese Erklärung füllt inden Dezember 1646, als Friedrich Wilhelm sich wegeil seiner Vermäh-lung mit Luise Henriette, der ältesten Tochter des Prinzen FriedrichHeinrich von Oranien, im Haag anshielt. Und um dieselbe Zeit ent-steht in ihm der kühne Plan, gleichviel wie die Verhältnisse an derOstsee sich gestalten, seinem Lande den Zugang zum Welthandel zu er-öffnen und es dadurch für den Verlust zu entschädigen, den ihm dasSchicksal zuzusügen drohte. Hierbei war die neue Familienverbindung vongroßem Wertste;" sie führte dem Kurfürsten den Mann zu, dessen er zur'Ausführung seines Planes bedurfte, den Admiral Aernoult Gijsels van Lier.

Die Lebensschicksale dieses merkwürdigen Mannes mögen hier biszu der Zeit, wo er in die Dienste des Kurfürsten trat, nur dann bisan sein Lebensende diesem ein treuer Diener zu sein, in Kürze ihrenPlatz finden."

" S.kationss und Ursachen, warümb Sr. Churs. Durch!, zu Br. vvn DervHerzogthumb Pommern auch nur das eine halbe Theil, etwa Vorpommern geuandt, derKönigin und Crou Schweden nicht abtreten können", abgedr. in den Baltischen Studien,heransgeg. von der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Stettin 1839, Bd. 6, H. 2, S. 108 ff.

^ Urk. n. Menst., Bd. 4, S. 479. S. ebenda, S. 843 ff., den noch nachdem Friedensschluß vom Kurfürsten der Krone Schweden gemachten Vorschlag, ihm denschwedischen Antheil an Pommern gegen die brandenbnrgischcn Äquivalentstücke und einebesondere Vergütung von 2 Millionen Thalern zu überlassen; derselbe wurde abgelehnt.

" Daß sie im übrigen die politischen Hoffnungen, welche der Kurfürst auf siesetzte, nicht in dem erwünschten Maße erfüllte, darüber s. Urk. und Menst., Bd. 4,L 21, 152.

" Sie sind zuerst von Heyck, Brandenburgisch-deutsche Kvlonialplttne, in derZeitjchr. für die Gesch. des Oberrheins, Freibnrg i. B. 1887, N. F. Bd. 2, H. 2,S. 129 ff., im Zusammenhänge dargestellt; dieser fußt vorzüglich auf einem im badischenGeneral-Landesarchiv aufgefnndenen ausführlicheren italienischen Koneept des bereits1673 von Becher in feinem Politischen Diskurs veröffentlichten Berichts des Mart-grafen Hermann von Baden an den Kaiser vom 19. August 1661 s. hierüber unten8 2. Die vbige Darstellung beruht, soweit sie genauer ist, auf folgenden Quellen:tlronili^ verbaal van Lmboz-'na, 1621, abgedr. in der Xrvnisb van bet biotorisob,gsnootsobap Asv. ts Iltrsebt, S. 848 ff.; 4s lon^s, ^sssbisckenis van bst Usclsr-lanäsobo rssn-sMn, Th. 1, S. 541 ff.; 1'isls, 1. o., Th. 1, S. 233; Akten des Kgl.Geh. Staatsarchivs zu Berlin.